Archive for Mai 2014

Bus abfackeln leicht gemacht

solar

Am vergangenen Montag bin ich ausnahmsweise mit dem Bulli zum Büro gefahren. Normalerweise nehme ich das Fahrrad. Aber heute hatte ich anschließend noch etwas zu erledigen. Eine neue Sattelstütze für eben dieses Fahrrad kaufen, nämlich. Aber ich schweife ab.

Was macht man bei diesem prächtigen Wetter, wenn man in das aufgeheizte Fahrzeug steigt? Fenster runter, Musik an. Nach wenigen hundert Metern Fahrt bemerkte ich leichten Brandgeruch. Eindeutig ein elektrischer Verbraucher, der da schmort. Schon Sekunden später steigt Rauch unter dem Ablagefach an der Beifahrerseite auf. Ich bin sofort rechts rangefahren und habe die Zündung ausgemacht. Nichts mehr. Nachdem ich im Motorraum nichts Verdächtiges bemerken konnte und auch im Innenraum kein Brandherd auszumachen war, beschloss ich die Fahrt erst einmal fortzusetzen. Beim Schließen der Fahrertür ging dann der Fensterheber auf der Beifahrerseite hoch. Häh? Kurz darauf wieder Rauch. Zündung aus, weg war er. Also ließ ich fortan die Finger vom Fensterheber und konnte so zumindest mein Ziel erreichen.

Hatte ich zunächst das Steuergerät in Verdacht, förderte eine Webrecherche eine viel wahrscheinlichere Möglichkeit zutage: Der Kabelbaum in der Tür! Also habe ich das Teil (7D0 971 120 EN) kurzerhand beim Freundlichen (nur da ist es neu zu bekommen) bestellt und mir einen Tag freigenommen.

Vorsichtshalber habe ich mir zunächst die Steuergeräte, die Verkabelung sowie meine An- und Umbauten an der Beifahrerseite vorgenommen. Alles unverdächtig.

fehlersuche

Nach Ausbau der Kabelage inklusive Faltenbalg konnte ich auch gleich den Grund für die Rauchentwicklung feststellen. Der Faltenbalg war an einer nicht einsehbaren Stelle, dort wo er innerhalb der A-Säule verläuft, angeschmort.

schmorschlauch

Innen konnte ich die Ursache für die Schmorstelle auch schnell finden. Die schwarze Farbe auf der Kabelisolierung ist Ruß.

beifahrerseite

Das Verbauen des neuen Kabelbaumes ist eine Fummelei, dafür aber selbsterklärend.

Aber damit nicht genug. So wie die Beifahrerseite aussah, sollte die Fahrerseite zumindest einmal gecheckt werden. Als ich den zentralen Schalter für die Fensterheber und die Spiegelverstellung aus der Verkleidung gehebelt hatte, war ich einigermaßen schockiert. Eines der Kabel war bis zum Stecker abisoliert. Die Isolationsschicht einfach mal weggebrannt. Das folgende Bild zeigt die Mitte des Kabelbaumes zusammen mit dem Stecker für den zentralen Schalter.

fahrerseite

Da fehlte nicht mehr viel. Nicht auszudenken, wenn das auf die Zentralelektrik übergegriffen hätte. Schließlich endet der Faltenbalg auf der Fahrerseite genau dort.

Hatte ich mit Blick auf die Beifahrerseite noch über eine Reparatur des zweiten Kabelbaumes nachgedacht, war hier definitiv nichts mehr zu machen. Glücklicherweise hatte ein Händler in einer Nachbarstadt genau dieses Teil (7D0 971 120 EC) auf Lager. Also bin ich mit dem halb ausgeweideten Bulli dort hin und konnte so auch diese Gefahrenstelle beseitigen. Jetzt funktioniert alles wieder prächtig und auch die Musik klingt wieder viel besser. Schließlich laufen die Lautsprecherkabel auch dort durch.

Fazit: Sobald die Zentralverriegelung spinnt (hatte ich immer auf korrodierte Türkontakte geschoben) oder sich irgendwelche Verbraucher in den Türen merkwürdig verhalten, sollte man einen Blick auf die Verkabelung werfen. Das gilt wohl nicht nur für Busse.

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