Archive for Oktober 2013

Es gibt Dorsch!

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Es ist ein grauer Tag, als wir uns Richtung Fähranleger Moskenes aufmachen. Heute werden wir die Lofoten verlassen und ab Bodø auf der Fv17 in Richtung Süden fahren.

Wir durchqueren Fischerdörfer, passieren ausgedehnte Tørrfisk-Anlagen und haben noch einmal tolle Ausblicke auf die zerklüftete Südspitze der Lofoten. Wir suchen zwei Caches, finden aber nur einen und machen Halt im berühmten Reine, kurz vor Moskenes.

Tørrfisk über und über

Tørrfisk über und über

Blick über Reine

Blick über Reine

In Moskenes reihen wir uns in die Fähr-Warteschlange ein und vertreiben uns die Wartezeit mit Kaffeetrinken und Reisemobile gucken. Als die Fähre anlegt, sind unter den ausfahrenden Autos auch einige Teams der Baltic Sea Circle Rallye. Das interessiert uns besonders, schließlich sind Freunde von uns im Frühjahr die Allgäu-Orient mitgefahren. Wer aber 7500 km in 15 Tagen fahren muss, der hat keine Zeit zum Anhalten.

Teilnehmer der Baltic Sea Circle Rallye kommen von der Fähre

Teilnehmer der Baltic Sea Circle Rallye kommen von der Fähre

Cabrios scheinen beliebt auf der Baltic Sea Circle.

Cabrios scheinen beliebt auf der Baltic Sea Circle.

Moskenes

Moskenes

Es ist eine ruhige Überfahrt. In 3,5 Stunden erreichen wir Bodø. Unterwegs gibt es wieder Wale zu sehen. Dieses Mal kann ich auch mit der Kompaktkamera eine Ahnung davon erhaschen.

Das ist eine Walflosse. Glaube ich.

Das ist eine Walfinne. Glaube ich.

Am Fähranleger in Bodø klingelt das Telefon. Tina und Haiko haben einen Lagerplatz gefunden. Schön gelegen, Fischgründe um die Ecke. Und es gibt Fisch heute Abend! Wir machen uns auf den Weg.

Hinter Bodø passieren wir den berühmten Gezeitenstrom Saltstraumen. Ganz schön was los hier. Wir schauen uns das Gegurgele der Meerenge eine Weile an, heben den örtlichen Cache und machen dass wir fortkommen.

Trotz Vollgas stehen die beiden im Saltstraumen.

Trotz Vollgas stehen die beiden im Saltstraumen.

Ist schon beeindruckend, was die Norweger an Infrastruktur in die Landschaft zimmern.

Ist schon beeindruckend, was die Norweger an Infrastruktur in die Landschaft zimmern.

Das Lager befindet sich bei Sandvik auf Sandhornøya. Wir fahren über die Brücke auf die Insel. Es ist wenig los. Ein paar Häuser, ein Supermarkt. Über einen kleinen Pass geht es auf die andere Seite. Entlang der Straße erstreckt sich ein riesiger Sandstrand, von dem die Insel wohl ihren Namen hat. Etwas abseits der Straße, auf einer kleinen Grasfläche und direkt am Strand erspähen wir den Nissan. Auf der anderen Seite der Straße erhebt sich eine gewaltige Felswand. Tina und Haiko sind schon mit den Vorbereitungen für das Abendessen beschäftigt.

Ostküste von Sandhornøya

Ostküste von Sandhornøya

Unser Lager auf Sandhornøya (N67° 09.813 E14° 13.642).

Unser Lager auf Sandhornøya (N67° 09.813 E14° 13.642).

Es gibt drei große Dorsche und einen Köhler, die Haiko eben gefangen hat. So frischen Fisch haben wir noch nicht gegessen. Einfach so auf dem Grill zubereitet braucht er keine weitere Würze; nur ein bisschen grobes Salz. Köstlich!

Unser Grill besteht aus einigen großen Natursteinen. An vielen Plätzen, die sich als Lager anbieten, findet man bereits benutzte Feuerstellen vor. Die Roste haben wir mitgebracht.

Abendstimmung nach vorzüglichem Fischgenuss

Abendstimmung nach vorzüglichem Fischgenuss

In den folgenden Tagen gehen wir Angeln und wechselseitig am Strand spazieren. Zwischendurch wird es heftig regnen. Dann machen wir es uns in einem alt-ehrwürdigen Hauszelt gemütlich, das Tina und Haiko mitgebracht haben.

Immer abends landen Schlauchboote am Strand. Die Insassen tragen alle die gleichen Schwimmwesten, niemand steigt aus. Muss eine Touritour sein. Aber wozu? Hier sind doch nur wir. OK, und der Strand. Aber dafür sollte man doch aussteigen! Es dauert eine Weile, bis wir herausfinden, weswegen die Boote kommen. Astrid berichtet nach einem morgendlichen Strandspaziergang von einem riesigen Greifvogel, den sie bei einem Felsen aufgeschreckt hat. Und dann sehen auch wir sie!  In der Felswand beim Lager leben Seeadler. Bei besserem Wetter kreisen sie über unseren Köpfen. Die Boote kommen also von den Sea Eagle Safaris, die in Bodø angeboten werden.

Das Camp vom Strand aus gesehen. Da unten ganz klein.

Das Camp vom Strand aus gesehen. Da unten, ganz klein.

Einer der Seeadler kreist über unseren Köpfen bei Sandvik.

Einer der Seeadler kreist über unseren Köpfen bei Sandvik.

Ab hier wird das Bildmaterial etwas fischlastig. Phobiker mögen Abstand nehmen.

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Zwei Dorsche warten auf den Grill.

Mehrere Male sind Haiko und ich zum Angeln unterwegs. Manchmal kommen Astrid und Tina auch mit. Es ist mühsam. Unsere (meine?) mangelnde Erfahrung macht die Sache zudem materialintensiv. Ein ungeschickter Wurf oder ein unglückliches Einholmanöver und einer der Köder ist zum Teufel. Am Grund des Fjords oder im krautigen Ufer trifft es aber eher. Im örtlichen Supermarkt sind die Köder, die wir bevorzugen, ausverkauft. Immerhin sollten die dann die richtige Wahl gewesen sein. Wir experimentieren mit verschiedenen Gewichten und Farben und haben wechselndes Angelglück.

Jedenfalls gibt es jetzt jeden Abend Fisch. Wir variieren auch mit der Zubereitung. Ganze Fische auf dem Grillrost. Filets auf dem Grill. Filets mehliert und mit Knoblauch angebraten. Alles unglaublich lecker.

Mein allererster selbst gefangener Fisch. Zu klein, der darf zurück in den Fjord.

Mein allererster selbst gefangener Fisch. Zu klein, der darf zurück in den Fjord.

Haiko hat ein Prachtexemplar gefangen.

Haiko hat ein Prachtexemplar gefangen.

Wir nehmen den Fisch noch am Ufer aus.

Wir nehmen den Fisch noch am Ufer aus.

Tina versucht sich im Filetieren von Dorsch.

Tina traut sich zuerst an das Filetieren von Dorsch.

Vorfreude auf frischen Grillfisch.

Vorfreude auf frischen Grillfisch.

Auch ich probiere einen Dorsch zu zerlegen.

Auch ich probiere einen Dorsch zu zerlegen. Was ziemlich gut klappt.

Erstmal Kaffee.

Erstmal Kaffee auf Sandhornøya.

Weiter geht es auf der Fv17 bei nicht so schönem Wetter. Eine Trennung steht an.