Archive for September 2013

Traumcamp auf den Lofoten

Tee kochen mit Wahnsinns-Aussicht

Tee kochen mit Wahnsinns-Aussicht

So sind wir nun endgültig an der berühmten Südspitze der Lofoten angekommen. Die Sonne scheint und weiße Wolken werden von einem frischen Wind über den weiten Himmel getrieben. Eben haben wir die kleine Kirche bei Flakstad angeschaut. Am Horizont deutet sich Ramberg an.

Die Kirche von Flakstad, Lofoten

Die Kirche von Flakstad, Lofoten

In dieser großartigen Landschaft werden wir dann fündig. Ein Weg führt von der Straße zum Meer herunter. Es gibt einen tollen Lagerplatz (N68° 06.243 E13° 15.127), wieder direkt am Felsenstrand. Wieder mit Blick nach Norden. Hier sind wir umringt von Bergen und genau zwischen zwei Orten. Es gibt genug Platz. Sogar Brennholz findet sich in der Nähe, so dass wir am Abend ein Feuer entfachen.

Unser Camp zwischen Flakstad und Ramberg

Unser Camp zwischen Flakstad und Ramberg

Die Berge vorm Camp

Die Berge vorm Camp

Die Berge hinterm Camp

Die Berge hinterm Camp

Nachmittags ruhen wir uns einfach ein bisschen aus, schlafen und lesen. Genießen den Moment. Mit dieser tollen Aussicht und dem ruhigen Plätzchen fällt das nicht schwer. Nur mit Angeln ist es hier wieder nichts. Zu flach.

Glasklares Wasser. Aber eiskalt!

Glasklares Wasser. Aber eiskalt! Und flach.

Astrid und ich beschließen, noch einen Tag zu bleiben. Haiko hat der Ehrgeiz gepackt. Es hat immer noch keinen fangfrischen Fisch gegeben. So möchte er gern gute Fischgründe finden, die es hier definitiv nicht gibt. Tina kommt mit und die beiden werden Morgen mit der Fähre Moskenes-Bodø wieder aufs Festland übersetzen. Wir haben noch einen tollen Abend mit Lagerfeuer und Mitternachtssonne.

Die magische Lichtstimmung der Mitternachtssonne.

Die magische Lichtstimmung der Mitternachtssonne.

Als wir morgens aufstehen, sind die beiden schon weg. Wir vertreiben uns den Tag mit Streifzügen durch die Gegend. Zwischendurch machen wir es uns in unserem Camp bequem und schauen aufs Meer.

Die Landschaft in der Nähe des Camps ist sumpfig und artenreich.

Die Landschaft in der Nähe des Camps ist sumpfig und artenreich.

Wollgras gibt es hier in Hülle und Fülle.

Wollgras gibt es hier in Hülle und Fülle.

Walknochen am Strand

Walknochen am Strand

Einsiedelei auf den Lofoten

Einsiedelei bei Ramberg

Strandfund

Strandfund

Strand an der Südspitze der Lofoten

Strand bei Flakstad

Austernfischer gibt es hier viele.

Austernfischer gibt es hier viele.

Austernfischer-Küken

Austernfischer-Küken

Steinmännchen

Steinmännchen

Abends ziehen spektakuläre Wolkenformationen auf. Es ist aber noch viel blauer Himmel dazwischen. Die Sonne sinkt wieder in Richtung Horizont und taucht alles in dieses unvergleichliche Licht. Es ist spektakulärer als alles, was wir vorher gesehen haben.

Die Berge vorm Camp, ungefähr um 23 Uhr.

Die Berge vorm Camp, ungefähr um 23 Uhr.

Spektakulär! Muss man mit eigenen Augen gesehen haben.

Unbeschreiblich! Muss man mit eigenen Augen gesehen haben.

Einfach nur ein geniales Bullibild aus Norwegen (bei Flakstad, Lofoten)

Sonnenunter- und aufgang gleichzeitig. Phantastisch!

Am nächsten Tag hat es sich zugezogen. Jetzt brechen auch wir auf und fahren nach Westen, dem Fähranleger entgegen. Beim Wiedersehen mit Tina und Haiko wird es endlich frischen Fisch geben!

Lost Place Camp(s)

Lost Place Camp bei Sigerfjord

Lost Place Camp bei Sigerfjord

In Andenes angekommen sind wir nach der beeindruckenden Landschaft Senjas etwas enttäuscht. Es ist recht flach, weiter in der Ebene erheben sich ein paar Berge. Trotzdem ist kein Platz für ein Camp. Besonders angelfreundlich sehen die flachen Strände, an denen wir vorbeifahren auch nicht aus.

Pattes Land auf Andøya

Pattes Land auf Andøya

In den folgenden beiden Tagen fahren wir durch nasskaltes Wetter weiter in Richtung Lofotenspitze. Zwei Übernachtungen an nicht so idyllischen Orten sind auch dabei. An einem verlassenen Steg bei Sigerfjord auf Hinnøya lässt sich abends wenigstens noch angeln. Aber die Dorsche, die dabei herausspringen, sind viel zu klein und dürfen wieder zurück in den Fjord.

Auf Schlafplatzsuche bei Stangerholmen stoßen wir auf große Dörrfischgestelle. Haben wir vorher auf der Reise noch nicht wahrgenommen. Ab hier werden sie zum Landschaftsbild gehören.

Tørrfisk bei Stangerholmen

Tørrfisk bei Laukvika

Unser Weg führt uns an Henningsvær vorbei, ein Ort den uns die norwegischen Wohnmobilisten von vor ein paar Tagen empfohlen haben. Er liegt auf einer Landspitze etwas westlich vom Fährhafen Solvær. Die Straße nach Hennigsvær führt über Felsen und durch tolle Landschaft. Allerdings wird es jetzt immer voller. Die Parkplätze sind bereits jetzt, ausserhalb der Saison, mit Wohnmobilen über und über gefüllt. Das ist nun so gar nicht unseres. Wir werfen einen Blick auf das Örtchen und machen, dass wir wieder in die Botanik kommen.

Blick auf Henningsvær

Blick auf Henningsvær

An diesem Tag haben wir auch kein schönes Plätzchen zum Schlafen gefunden. Erschöpft suchen wir hinter einem verlassenen Gemeindezentrum bei Vestersand Windschutz. Hier stellt uns die Bürgerwehr. Ein Mann in einem Range Rover will wissen, was wir hier machen. Na, übernachten! Er ist aber schon mit unseren deutschen Kennzeichen zufrieden. Angeblich marodieren Osteuropäer durch die Gegend, die alles Mögliche stehlen. Haben wir jedenfalls nicht gesehen.

Ich habe eine schlechte Nacht. Kann nicht schlafen, der Schlafsack taugt einfach nicht bei den Temperaturen. Fahrlässigerweise sind wir mit Sommerausrüstung zum Nordpolarkreis gefahren. Astrids Sommerschlafsack ist gerade warm genug, aber meiner ist 25 Jahre alt, durchgelegen und der Messing-Reissverschluss ist eine blöde Kältebrücke. In den folgenden wachen Stunden recherchiere ich nach Outdoor-Läden in der Nähe. In Leknes gibt es einen. Da fahren wir Morgen hin!

Noch ein Lost Camp bei Vestersand.

Noch ein Lost Camp bei Vestersand.

Der darauf folgende Tag entschädigt uns für das miese Wetter und das Camperpech vorher. Es ist aufgeklart. Auf dem Weg ins nahe Leknes überqueren wir einen Pass. Vor uns liegt eine grüne Ebene, in der sich wunderschöne Berge auftürmen. Zwischendurch durchbrochen von Fjorden. Das Wasser glitzert smaragdfarben in der Sonne. So weit das Auge reicht. Wir passieren das Wikingermuseum und mein Kollege Jochen haut mir heute noch auf den Hinterkopf, weil wir da einfach dran vorbei gefahren sind.

Zunächst wird Ausrüstung eingekauft. Haiko erwirbt eine komplette Angelausrüstung, ich einen Schlafsack mit Komfortgrenze +5°. Zum Glück sind diese Artikel im Verhältnis zum sonstigen norwegischen Preisniveau erschwinglich.

Hinter Leknes geht es dem schönsten Teil der Lofoten entgegen.

Hinter Leknes geht es dem schönsten Teil der Lofoten entgegen.

Hinter dem Städtchen geht es spektakulär weiter. Man kann sich gar nicht satt sehen. Wenn es jetzt nur noch einen geeigneten Lagerplatz gäbe . . .

Senja verpasst

Das erste Camp mit durchgehender Mitternachtssonne. Magisch!

Das erste Camp mit durchgehender Mitternachtssonne. Magisch!

Nachdem wir den schönen, aber kalten Lagerplatz bei Tromvik aufgegeben haben, wollen wir etwas mit durchgängiger Sonne finden. Dabei erweist sich unser Atlas als überaus hilfreich. Nach einigen Exkursionen auf verschiedenen Nebenstraßen, die immer in Orten oder Siedlungen enden, finden wir den nahezu perfekten Platz (N69° 37.262 E18° 03.908). Ein Stück Wiese, links ein kleines Stück Strand und rechts ein paar Felsen zum Angeln. Das Ganze mit freiem Blick nach Norden.

Perfekte Ausrichtung nach Norden!

Perfekte Ausrichtung nach Norden!

Unser Privatstrand

Unser Privatstrand

Camp in der Abendsonne

Camp in der Abendsonne

Was zum Teufel ist das für ein Vieh?

Was zum Teufel ist das für ein Vieh?

Während das Abendessen schon köchelt, versuchen sich Haiko und ich noch im Angeln. Hier geht es schon deutlich besser. Das Wasser ist hinter den Felsen schon ziemlich tief. Allerdings haben wir wieder die falsche Zeit, den falschen Ort, keine geeigneten Köder oder einfach nur Pech. Plötzlich haben wir bei fast jedem Wurf seltsame schwarze Gebilde am Haken, mit denen wir gar nichts anfangen können. Sehen ein bisschen, aus, als hätte H. R. Giger sie ersonnen. Keine Augen, Kiemen
erkennbare Gliedmaßen. Eines hat wohl gebissen und lässt sich nicht mehr vom Haken lösen, so dass wir es töten müssen. Andere haben am Körper gehakt und wir können sie wieder einsetzen. Wir geben die Angelei für heute auf.

In der Nacht zieht die Mitternachtssonne direkt vor uns über dem Horizont vorbei. Alles ist in ein magisches Licht getaucht, einfach wunderschön. Wir beobachten Seeotter beim Jagen im Meer. Neidisch sehen wir, wie einer mit Genuss seinen Fang verzehrt.

Der Seeotter hat sicher etwas gefangen. Wir blieben heute bis auf die Aliens leer aus.

Der Seeotter hat sicher etwas gefangen. Wir blieben heute bis auf die Aliens leer aus.

Am nächsten Morgen hat es sich ein bisschen zugezogen und der Wind ist auch nicht wärmer geworden. Nach dem Frühstück geht es auf die erste Inlandsfähre in Norge. Wir setzen von Botnhamn nach Brensholmen auf Senja über. Eine kleinere Fähre verkehrt hier. Wir machen es uns in der Lounge bequem.

Frühstück mit Privatstrand.

Frühstück mit Privatstrand.

Da kommt die Fähre nach Senja!

Da kommt die Fähre nach Senja!

Auf Senja angekommen finden wir die Berge in eine dicke Wolkenschicht gehüllt. Am Fähranleger gibt es ein beheiztes Sanitärhäuschen und Trinkwasser. Alles gratis. Die Insel war Teil der Route auf unserem Weg Richtung Lofoten. Wir hätten uns hier mehr Zeit nehmen sollen. Zwar ist das Wetter gerade nicht sehr freundlich, aber die Landschaft ist grandios. Wir haben jedoch schon die nächste Fähre nach Andenes im Auge und geben Gas. Dabei hätten wir die Wolken besser ignoriert und uns auf dieser Insel mehr umsehen sollen. Es ist wenig los, die Siedlungsdichte ist gering und es hätte sicher einen schönen Lagerplatz hier und da gegeben. Ein Grund mehr, hierher zurück zu kommen.

(Viel zu) kurze Pause auf Senja.

(Viel zu) kurze Pause auf Senja.

Interessante Einrichtung bei den engen Tunneln auf Senja: Radfahrer können den roten Knopf rechts unten drücken. Dann blinkt das Licht am Warnschild und jeder weiss, dass im Tunnel jemand radelt. Am Ende des Tunnels ist ein zweiter Knopf, mit dem man das Licht wieder aus machen kann.

Interessante Einrichtung bei den engen Tunneln auf Senja: Radfahrer können den roten Knopf rechts unten drücken. Dann blinkt das Licht am Warnschild und jeder weiss, dass im Tunnel jemand radelt. Am Ende des Tunnels ist ein zweiter Knopf, mit dem man das Licht wieder aus machen kann.

In der Schlange am Anleger auf Senja.

In der Schlange am Anleger auf Senja.

Die Fähre nach Andenes erreichen wir knapp. Es es ist ganz gut Seegang und ich folge Haiko auf Deck. Mir fällt es schwer, das Rollen der Fähre beim Gehen auszugleichen. Immer wieder muss ich mich irgendwo festhalten. Bei solcher See war ich lange auf keinem Schiff mehr. Wenigstens werde ich nicht seekrank. Mein kleines altes Fernglas leistet mir jetzt gute Dienste. Etwa auf der Hälfte der Passage kann man die Wale blasen sehen. Weit draussen auf See, mit dem bloßen Auge kaum auszumachen.

Von Gryllefjord geht’s rüber nach Andenes.

Von Gryllefjord geht’s rüber nach Andenes.

Weiter geht es auf den Lofoten, wo wir zunächst an zwei Lost Places gecampt haben.

Utepils

Das Utepils Dosenbier der Brauerei Grans

Das Utepils Dosenbier der Brauerei Grans

Mit Bier ist das in Norwegen so eine Sache. Einerseits bekommt man den Eindruck, der Gerstensaft wird hier mit Gold aufgewogen. Es ist wirklich sehr, sehr teuer. Andererseits ist Dosenbier ein beliebter Artikel, es gibt eine breite Auswahl und die Leute kaufen es auch.

So verwundert es nicht, dass es im Norwegischen ein Wort gibt, das sich nicht übersetzen, nur umschreiben lässt. Utepils ist das erste Bier im Jahr, das man nach einem langen skandinavischen Winter draussen trinkt. Über den Sommer kann man es aber auch verwenden, um jedes Bier zu bezeichnen, das man draussen trinkt.

Die Brauerei Grans hat aus dem populären Wort ein Produkt gemacht. Da dies sehr lecker und vergleichsweise preiswert ist, haben wir es unterwegs das ein ums andere Mal gerne genossen.