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Das Lost Place Camp im Wampenschleifer-Land

Stellplatz am Badestrand

Stellplatz am Badestrand

Es ist ein heisser Julitag im Jahr 2011. Gerade haben wir die „Stadt im Wald“ angeschaut. @Freddie_Pepper und sein Kumpel Jorn waren auch dazu gestoßen. Die erschöpfende Cache- und Besichtigungstour wollen wir möglichst stressfrei mit ein wenig Grillerei ausklingen lassen.
„Da vorne an der Straße war ein Campingschild!“ Also los. Kilometerweit geht es jetzt durchs brandenburgische Outback. Einige verschlafene Dörfchen später erblicken wir noch ein Schild. Sieht irgendwie alt aus. Egal. Das schmale Sträßchen, in das wir jetzt einbiegen, wird zwischendurch zum Panzerweg aus Betonplatten. Aber jetzt. Ein verwittertes Schild mit einem Wohnmobil drauf zeigt 0 Meter an.
Alles wie gewohnt: Ein Gebäude, eine Schranke. Aber das Gras steht eindeutig zu hoch für einen deutschen Campingplatz. Auch das Haus macht irgendwie den Eindruck, ein Lost Place zu sein. Aber noch nicht lange.
Wir halten und schauen uns die Sache an. „Da hinten sind Leute!“ bemerkt Astrid. Tatsächlich sitzen einige Camper gemütlich vor einer Dauercamping-Parzelle und grillen.
„Naja“ berlinert es uns entgegen „Eigentlich sind wa ja keen Campingplatz mehr. Aber stellt euch mal hin.“ Der Elektronik-Kästen der Schranke ist leer geräumt. Nur ein Lichtschalter drin. „Wenn ihr den drückt, gehtse auf. Aber fahrt schnell durch!“
Bei näherer Betrachtung haben wir es mit einem wundervollen Platz zu tun. Wald und Wiesen wechseln sich ab. Belebte Parzellen wechseln sich mit verlassenen Campingbehausungen ab. In der Mitte gibt es einen Badestrand an einem See. Der Große Wentowsee, wie wir heute wissen. Wir haben eine tolle Nacht, ein morgendliches Bad im See und einen herzlichen Abschied von den Lost Place Campern. Oft noch sprechen wir in den folgenden Jahren vom „Lost Place Campingplatz“.

Blick auf den See im hinteren Teil des Platzes

Blick auf den See im hinteren Teil des Platzes

 


 

2014. Ein warmer Juni. Wir sind wieder in der Gegend um Berlin unterwegs. Als wir nach Fürstenberg kommen, fragen wir uns, ob wir den Platz wohl wieder finden werden. Aus unerfindlichen Gründen hatte sich 2011 niemand einen Wegpunkt gesetzt. So waren auch virtuelle Besuche, auf Google Maps etwa, bisher ausgeblieben. Wir folgen unserer Intuition und stehen zunächst vor einem Dauercamper-Platz an der Havel. Nein, so war das nicht. Weiter.

Stellplatz im Wald

Stellplatz im Wald

Und dann – tatsächlich – finden wir unser Lost Place Camp wieder. Die alte Einfahrt ist zu, 200 Meter weiter gibt es aber eine neue. Auf den ersten Blick hat sich nicht viel verändert, nur ein paar Dauercamper weniger sind es inzwischen. Der Platz liegt noch genau so lauschig da, wie wir ihn in Erinnerung hatten. „Pah, was meint ihr, wie es hier aussah!“ meint Christiane, die neue Besitzerin. Sie musste doch einiges am Platz machen. Zum Glück packten die verbliebenen Dauercamper mit an. Ein nagelneues Sanitärgebäude gibt es jetzt auch. Trotzdem hat sich der alte Charme erhalten. Hier und da blickt ein verlassener Eisenbahner-Wagen durch die Büsche, die alt-ehrwürdigen DDR-Laternen erheben sich über das Gelände. Letztere bleiben nachts aber aus. Bei klarem Himmel ist es hier dunkel genug. Das bietet einen tollen Blick auf die Milchstraße. Und dann natürlich der See. Herrlich!
Der Platz richtet sich übrigens nicht an Familien mit Kindern sondern an kinderlos Reisende.
Wir sind so begeistert, dass wir fast den ganzen Rest unserer Reise hier verbringen.
Wer naturnahes Camping und die Ruhe liebt, findet hier den perfekten Platz, nur eine gute Autostunde von Berlin entfernt.
Taschenlampe nicht vergessen!

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