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Am 11. August 1999 . . .

sofifeld2. . . standen wir auf einem Hügel irgendwo in der Nähe von Metz. Es nieselte und die Sonnenscheibe ließ sich trübe durch die Wolken erahnen.

Wir waren am Vortag angereist und hatten im Saarland im Zelt übernachtet. Bis zuletzt hatten wir Kartenmaterial gewälzt, Wetterprognosen im Radio angehört und die Ideallinie mit Bleistift in Papierkarten eingetragen. Auf der Suche nach dem optimalen Platz überquerten wir die Grenze zu Frankreich und fanden ein hügeliges Feld umgeben von kleinen Dörfern. Noch waren wir allein.

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Das der Ort eine gute Wahl gewesen sein muss, wussten wir als noch ein weiteres Grüppchen mit einem Spiegelteleskop auftauchte. Die Enttäuschung über das trübe Wetter, die weite Anreise zu dritt in einem kleinen Ford Puma mit all dem Campinggepäck, war grenzenlos.

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Kurz vor der totalen Finsternis kam Wind auf. Ungläubig sahen wir am Himmel ein Wolkenloch aufreissen, genau dort, wo die Sonne nur noch als Sichel erkennbar war. Und dann – es war alles wie beschrieben, die Vögel still, die Hunde in den Dörfern flippten aus – schien es so, als lege jemand einen sehr großen Schalter um. Der Kernschatten verschluckte uns binnen Sekunden. Es war Zappenduster. Und dann stand da dieses Ding am Himmel. Ein einzigartiges Gefühl, das sich nicht in Worte fassen lässt.

Ich hatte mir fest vorgenommen, die Sonne nicht zu fotografieren. Aber als dann die Schwarze Sonne am Himmel stand, riss ich meine AE-1 hoch und machte dieses Bild frei Hand mit einem 200er Tele.

Ich hatte mir fest vorgenommen, die Sonne nicht zu fotografieren. Aber als dann dieses Ding am Himmel stand, riss ich meine AE-1 hoch und machte dieses Bild frei Hand mit einem 100er Tele.

Drei Minuten Dunkelheit, nach der wir uns ungläubig anschauten und nicht so recht fassen konnten, was da gerade geschehen war. Auf der langen Rückfahrt redeten wir nicht viel.

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