Zähneklappern auf Kvaløya

Brücke über den

Brücke über den Tromsøysund

Nach einem Frühstück bei strahlendem Sonnenschein brechen wir von unserem ersten Fjordcamp nach Tromsø.
auf. Die Nacht war kühl, aber auszuhalten. Die beiden Zeltbewohner sehen das anders. Ich werde meine Meinung in einer der kommenden Nächte auch noch ändern. Jetzt trübt kein Wölkchen den Himmel und die nordische Sonne tut was sie kann.

Bevor wir über die Brücke über den Tromsøysund überqueren, biegen wir bei einer Tankstelle ab. Wir müssen zwei Flüssigkeiten auffüllen. Wasser und Diesel gehen zur Neige. Der Tankwart ist fast beleidigt, als ich ihn frage ob das Wasser am Aussenhahn Trinkwasser sei. Um eine gescheite Wasserversorgung muss man sich in Norwegen keine Gedanken machen.

Der Autoverkehr findet hier unter der Erde statt.

Der Autoverkehr findet hier unter der Erde statt.

In Tromsø fahren wir die Umgehungsstraße. Das ist hier aber eine Untergehungsstraße. Unter der Stadt gibt es ein Tunnelsystem mit Verbindungen in alle Stadtteile, inklusive Ampeln und Kreisverkehren. Ein stadtnaher Parkplatz ist schnell gefunden und wir machen uns auf ins Zentrum. Es gibt einiges zu besorgen. Haiko hat bei den ersten Angelversuchen gestern etwas an Ausrüstung eingebüßt, was ersetzt werden will. Eine norwegische SIM-Karte brauchen wir auch noch. Der mobile Router soll unser Camp schließlich auch hier mit WLAN versorgen. Die mitgeführte Norwegen-Straßenkarte hat sich als deutlich zu grob erwiesen. Tina erwirbt in einer Stadt-Tankstelle ein deutlich detaillierteres Exemplar. Die sollte für die Suche nach Camps deutlich besser taugen. Zu guter letzt möchten die Mädels nach Postkarten schauen.

Stadtansichten Tromsø

Stadtansichten Tromsø

Vorher müssen wir uns aber mit Norwegischen Kronen versorgen. Am besten geht das wohl mit einem Geldautomat (norwegisch: Minibank). Denkste! Der will unsere EC-Karten nicht, obwohl ein Maestro-Logo drauf ist. Die zweite Minibank funktioniert mit Tinas und Astrids Karte, meine wird verweigert. Das mag am schwächelnden Magnetstreifen liegen. Nützlicher sind hier ohnehin Kreditkarten, mit denen man jeden Furz und Feuerstein bezahlen kann.

Frisch ausgerüstet machen wir uns auf Schlafplatzsuche. Es geht nordwärts auf die Insel Kvaløya. Wir wollen um das Dorf Tromvik nach einem geeigneten Platz suchen. Am Ende des Kaldfjords, wo sich mächtige Berge erheben und ein sich Wasserfall donnernd talwärts ergießt, liegt ein Cache. Ich funke zum Nissan, dass ich gerne anhalten würde. Die Autos werden auf dem Seitenstreifen geparkt und ich mache mich Richtung Cache (GC26GJ4) auf. Als ich zurückkomme sind sich alle einig: Hier ist ein idealer Lagerplatz! Hätte ich mal mehr auf die Gegend und weniger auf den Cache geachtet! Aber so ist’s auch gut, haben ja was gefunden.

Der Wasserfall hinter dem Camp

Der Wasserfall hinter dem Camp

Aussicht vom Camp über den Fjord

Aussicht vom Camp über den Fjord

Wir parken also auf einer felsigen Ebene, hinter uns der Wasserfall vor uns der Fjord. Selbiger ist nach Nordosten ausgerichtet, wichtig für die Mitternachtssonne. Wir vertreiben uns den Nachmittag mit Faulenzen in der Sonne.

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Das Camp bei Tromvik

Abends verschwindet die Sonne hinter einem Berg und wir stehen komplett im Schatten. War es vorher im T-Shirt fast zu warm, frieren wir nun bitterlich. Wenigstens hält das die Moskitos im Zaum. Auf der anderen Straßenseite sammelt sich das Wasser vom Berg in einem felsigen Becken bevor es Richtung Meer abfließt. Daher sollte es hier reichlich dieser Plagegeister geben. Dafür gibt es aber Kriebelmücken, die sich auch nicht um Autan kümmern und einfach beherzt zubeissen. So schnattern wir um die Wette und warten darauf, dass die Sonne wieder auf der anderen Seite hoch kommt.

Im Schatten ist es, naja, schattig.

Im Schatten ist es, naja, schattig.

Gegen Abend registrieren wir mehr Verkehr auf dem sonst recht ruhigen Sträßchen, an dem unser Lager liegt. Das wiederum liegt an einem Aussichtspunkt, der an der Spitze der Insel liegt. Von dort aus hat man bestimmt einen schönen Blick auf die Mitternachtssonne, wir ziehen unser Lager vor. Und tatsächlich, gegen halb Zwölf in der Nacht lugen die ersten Sonnenstrahlen wieder hinter dem Berg hervor. Das wurde auch Zeit, es dürfte sich inzwischen auf 3 Grad abgekühlt haben. Wir genießen den Anblick eine Weile und gehen dann Schlafen.

Endlich wieder Sonne!

Endlich wieder Sonne!

Am nächsten Morgen wird in aller Ruhe ausgeschlafen. Kein Wölkchen trübt den Himmel und es wird gegen 10 Uhr schon fast ein bisschen zu warm im Bulli. Draussen ist es herrlich und die Solardusche erfrischt. Gemütlich frühstücken wir und genießen das Wetter und die Aussicht. Haiko und ich versuchen uns im Angeln. Leider kommen wir ohne Beute ins Lager zurück.

Morgens. Die Temperatur ist so angenehm, dass die Dusche regelrecht erfrischend ist.

Morgens. Die Temperatur ist so angenehm, dass die Dusche regelrecht erfrischend ist.

Erster Angelversuch. Leider versenken wir im krautigen Ufer deutlich zu viele Köder.

Erster Angelversuch. Leider versenken wir im krautigen Ufer eindeutig zu viele Köder.

Aber einen weiteren Abend wollen wir nicht frieren und zu viel Verkehr ist auch. Also beschließen wir den sonnigen Teil des Tages hier zu verbringen und abends eine geeignetere Stelle zu suchen. Möglichst mit durchgehend Sonne und näher am Fähranleger nach Senja. Zuerst checken Haiko und ich aber den Rest der Insel, ob es nicht doch hier ein geeigneteres Plätzchen gibt. Mit der sicheren Erkenntnis, dass das nicht so ist, planen wir unsere Weiterreise.

Am späten Nachmittag bekommen wir Gesellschaft. Zwei Norweger, jeder in jeweils einem Dickschiff, parken am Camp. Die beiden beraten offensichtlich, ob sie hier bleiben. Ich spreche die beiden an und eröffne ihnen, dass hier bald frei wird. Im folgenden Gespräch bekommen wir noch einige wertvolle Infos und endlich einen gescheiten Link zu Inlandsfähren.

Im nächsten Teil finden wir tatsächlich ein hübsches Plätzchen, haben den ersten durchgängigen Blick auf die Mitternachtssonne und setzen über auf Senja.

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