Archive for the ‘Balkan 2012’ Category

Peage, Maut, жертви, (na) Toll!

Unsere Windschutzscheibe mit verschiedenen Vignetten aus diversen Jahren.

Ein Faktor, der das Reisebudget nicht unerheblich schmälern kann, ist die leidige Maut auf Fernstraßen. Hierzulande ist man es einfach (noch?) nicht gewohnt, für die Benutzung von Straßen direkt zu zahlen.

Drei Modelle sind uns auf der Balkantour begegnet:

  1. Vignette
    Die meisten werden dieses Konzept aus Österreich, Tschechien oder Slowenien kennen. Man zahlt eine Gebühr für einen gewissen Zeitraum und klebt sich eine Vignette in die Windschutzscheibe. Damit darf man dann Autobahnen und mautpflichtige Fernstraßen benutzen. Es wird oft kontrolliert und zumindest in Slowenien gibt es an fast allen Autobahnausfahrten eine Station, die langsam durchfahren werden muss und mit Kameras gespickt ist. Verstöße sind in der Regel sehr teuer und kosten dreistellige Eurobeträge.
    In Bulgarien kauft man eine Vignette, die auch für das Befahren von einfachen Landstraßen benötigt wird. Was bei den Landstraßen, die wir gefahren sind schon ziemlich dreist ist.
  2. Mautstationen
    Aus unserer Sicht die fairste Art, seinen Obolus zu entrichten. Man zahlt nur für die gefahrene Strecke und kann sich gegebenenfalls für Alternativen entscheiden. Alle Ex-Jugoslawischen Staaten ausser Slowenien haben ein solches System. Funktioniert wie im Parkhaus: Beginnt eine mautpflichtige Strecke, zieht man ein Ticket. Beim Verlassen der Autobahn oder des kostenpflichtigen Abschnittes, zahlt man. Irrtümer ausgeschlossen.
  3. Straßenbenutzungsgebühr
    In Albanien muss wohl eine Straßenbenutzungsgebühr entrichtet werden. Für die Tage von Einreise bis Ausreise wird jeweils ein Euro fällig. Zumindest haben wir das gelesen. Bei der Ausreise wollte niemand Geld von uns.

Entspanntes Cruisen auf der kroatischen Autobahn (mit schöner Aussicht)

Die mit Abstand besten Autobahnen haben wir in Kroatien und Österreich vorgefunden, wobei das Vorankommen in Kroatien sehr entspannt ist. Man ist fast versucht, den Tempomaten einzuschalten und ein kleines Nickerchen zu machen. Allerdings waren das auch die teuersten Strecken, die wir fuhren.

In Serbien geht die Autobahn in weiten Teilen in Ordnung. Es gibt aber auch ruppigere Strecken. Dafür ist sie deutlich preiswerter als die kroatische.

In Mazedonien sind die Autobahnen teilweise eine Katastrophe. Selbst die LKW fahren kilometerlang auf der linken Spur, um die Schlaglöcher rechts nicht unter die Räder zu bekommen. Dafür kosten die Streckenabschnitte nur Centbeträge. Eine komplette Durchfahrt Serbien-Griechenland kostet etwa 3,50 €.

Autobahnrastplatz in Serbien

In Albanien sind wir wider Erwarten kostenlos gefahren. Einige Straßen waren so schlecht, dass selbst die Einheimischen vor den Schlaglöchern stoppten und sie im Schritttempo durchfuhren. Und deren Fahrweise ist sonst alles andere als zimperlich. Allerdings haben wir auch nagelneue Passstraßen gesehen und eine neu gebaute Autobahn westlich von Tirana.

Die Vignette in Bulgarien war für unsere paar Kilometer im Land mit fünf Euro recht teuer. Dafür ist sie ganz hübsch anzuschauen und wir sehen sie als Souvenir. Die Straßen, die wir gefahren sind, gehörten zu den schlechteren auf dem Trip. Aber das ist in vielen Landesteilen wohl inzwischen viel besser.

In Bosnien wird momentan viel gebaut und wir sind auf dem Rückweg aus Banja Luka ein Stück neue Autobahn gefahren, die unsere Karten noch nicht kannten. An den Mauthäuschen, die den kroatischen ähneln, konnten wir vorbei fahren, weil sie noch im Bau waren.

Slowenien im Regen

Als wir morgens bei Passau aufwachen, regnet es immer noch. Inzwischen sind die paar Tropfen vom Vorabend zu einem veritablen Dauerregen geworden. Während wir das Frühstück vorbereiten, parkt ein wetterfester Hundebesitzer nicht weit von uns und führt sein Haustier mit einem Cape bekleidet im Wald aus.

Mit der neuen Ausstattung im Bus brauchen wir selbigen zum Umräumen vom Schlaf- zum Fahrmodus nicht mehr verlassen und können so auch frühstücken ohne irgendwelche Kisten oder Taschen durch den Regen tragen oder gar nach draussen stellen zu müssen.

Erstmal Kaffee.

Nach dem Frühstück fahren wir auf die Autobahn zur österreichischen Grenze. Am „Pickerl“, der Autobahnvignette, geht kein Weg vorbei und so lösen wir ein 7-Tage-Ticket für acht Euro. Vor insgesamt vier Tunneln werden wir noch zusätzlich zur Kasse gebeten werden. Allerdings muss man zugestehen, dass die Autobahnen und die Tunnel allesamt in sehr gutem Zustand und daher ihren Preis wert sind, beachtet man die zu überwindende Topografie.

Auf der gesamten Strecke regnet es stark und wir sind froh über die guten Straßen, schließlich wollen wir nur durchfahren. Bei der Einfahrt in den ersten, einröhrigen, langen Tunnel mache ich aus Reflex die Scheibenwischer aus. Drinnen ist es viel wärmer und augenblicklich beschlagen alle Scheiben. Ich sehe nichts mehr, gerate fast in den Gegenverkehr, bekomme aber noch rechtzeitig den Wischerhebel zu fassen. Bei Graz verlassen wir die Autobahn und tanken günstigen Diesel.

Hinter Spielfeld fahren wir von den Autobahn ab und wollen Slowenien auf der Landstraße, somit mautfrei, durchqueren. Schließlich sind das weniger als 30 km, ausserdem wollen wir in Maribor einen Zwischenstopp einlegen. Die Garmin City Navigator auf unserem Nüvi 550 ist hier noch brauchbar und routet uns im mautfreien Modus nach Maribor. Wir schrammen an einer saftigen Strafe für das Fahren ohne Vignette vorbei. Aber das wissen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Es ist wenig Verkehr. Selbst mitten in der Stadt wirkt an diesem Montag alles wie ausgestorben. Alle Läden, auch die großen Supermärkte haben geschlossen. Der Grund: Es ist Dan državnosti Slovenije (Slowenischer Unabhängigkeitstag). Es regnet nach wie vor stark.

Wir steuern unseren Schlafplatz an; ein im Internet zwar findbarer, aber kaum beschriebener oder bewerteter Campingplatz am Fuß der Pohorje, ein bisschen ausserhalb der Stadt. Wir laufen durch den Regen zur Rezeption und man begrüßt uns auf Deutsch. Es gibt sehr gute Sanitäranlagen und freies WLAN.

Pohorje in den Wolken

Am frühen Nachmittag lässt der Regen nach, hört sogar auf und man kann zwischen den Wolken blauen Himmel sehen. Wir wollen uns die Altstadt anschauen und brechen auf. Es gibt eine Bushaltestelle ganz in der Nähe und eine gute Verbindung über die Drina in die Stadt. Schon während der Fahrt beginnt es wieder kräftig zu regnen und wegen des blauen Himmels haben wir die Regenjacken natürlich im Bulli gelassen.

So werden wir das erste und einzige Mal auf dieser Reise nass. Wir suchen einige Caches in der Stadt und schauen uns trotz des Wetters um. Wegen des Feiertages ist es schön leer in den Gassen und auf den Plätzen. Maribor befindet sich in einem weit besseren Zustand als so manche ostdeutsche Großstadt. Auch im Regen ist die Altstadt schön und es gibt eine Menge zu sehen.

Die Pestsäule in Maribor

Jugendstilfassade

Zwergenaufstand

Pitschnass nehmen wir den Bus zurück zum Stadtrand und ruhen uns ein wenig im Bulli aus. Gegen Abend klart es tatsächlich auf und es gibt einen schönen Regenbogen.

Endlich Sonne

Es dämmert merklich früher als bei uns im Norden und wir gehen zeitig Schlafen. Schließlich gibt es am nächsten Tag wieder eine längere Fahretappe mit einem besonderen Zwischenziel.

Von Gütersloh nach Passau

Heute soll es also losgehen. Wir stehen nicht allzu früh auf, frühstücken gemütlich und packen die letzten Sachen. Nachdem die Kühlbox gefüllt ist, gehen wir Astrids Checkliste noch einmal durch und beschließen: Alles komplett.

Dabei reiben wir uns die Augen. Irgend etwas Wichtiges müssen wir vergessen haben. Der Bulli ist viel zu leer für einen Drei-Wochen-Trip. Es sollte sich aber zeigen, dass die Optimierungen am T4 derart wirkungsvoll waren, dass wir nun deutlich mehr Platz haben. Das wissen wir zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht und fahren mit dem unbestimmten Gefühl ab, etwas Entscheidendes liegen gelassen zu haben.

Gepackter Bulli. Es fehlt nur noch die Küchenbox und das Geschirr.

Für die Pausen unterwegs hatten wir uns ein paar gut bewertete Rastplatztradis und auch einige Caches neben der Autobahn herausgesucht. So ging es über die A2, A33, A44, A7 auf die A3, der wir ein ganzes Stück folgen. Kurz hinter Nürnberg fahren wir von der Autobahn ab, um ein TB-Hotel (GC2Y7YM) und einen Earthcache (GC20DPH) zu besuchen.

An der Teufelskirche

Alter Stollen

Besonders der Earthcache war große Klasse, wir haben die kleine Wanderung durch die „Teufelskirche“ sehr genossen. Die T-Wertung will allerdings ernst genommen werden und wir tragen das falsche Schuhwerk. Meine abgetretenen Reeboks ziehen Wasser in die Dämpfung, was schmatzende Geräusche bei jeden Schritt verursacht, Astrid versaut sich schon jetzt ihre weissen Chucks. Den Stollen hätten wir gern tiefer erkundet, es ist aber zu nass, wir würden schon jetzt einen kompletten Satz Klamotten verschleißen und diejenigen, die zum Schmutzigwerden mitreisen, liegen natürlich im Bulli. Wir machen einen Rundweg aus dem Earthcache und nehmen noch einen Tradi am Wegesrand mit.

Nach der Ankunft am Bulli wird sich noch einmal gestärkt und weiter geht es Richtung Passau. Dort hatte ich einen Wanderparkplatz herausgesucht, auf dem wir die Nacht verbringen wollen. Vorher werden noch zwei nette Tradis in der Gegend besucht; bei einem hätte es auch noch eine Schlafmöglichkeit gegeben. Der ist uns aber zu nah an der Autobahn, und so verfahren wir wie geplant.

Der recherchierte Parkplatz erweist sich als sehr geeignet. Kaum Durchgangsverkehr, keine Spaziergänger mehr vor Ort allerdings schlechtes Handynetz. Wir rufen noch zwei Geburtstagskinder an, dann dämmert es und der Bulli wird verdunkelt. Im Radio wird das Viertelfinale England-Italien leider nicht übertragen, aber der BR sendet südamerikanische Klänge und informiert zwischendurch über den Spielstand. Wir tanzen auf dem Parkplatz, lauschen abwechselnd dem Spielverlauf. Einige Glühwürmchen tauchen auf, tanzen mit. Als wir Schlafen gehen, beginnt es zu regnen.

Unsere Balkantour Juni/Juli 2012

Nach einiger Vorbereitung haben wir im Juni/Juli 2012 drei Wochen lang den Balkan bereist. Hier wollen wir von unseren Erlebnissen berichten. Es wird alle paar Tage Berichte über die Etappen geben. Zwischendurch posten wir auch Wissenswertes über die Umstände der Reise, Land und Leute, unsere Ausrüstung und natürlich auch zum Bulli. Letzterer war auf der Tour unser Vehikel und unser Zuhause.

Für diejenigen, die allein an der Reise interessiert sind ist zu wissen, dass auch etwas Geocaching-Content dabei sein wird. Für die Geocacher sei gesagt, dass nur am Rande von Caches die Rede sein wird. Schließlich passen Bosnien, Serbien, Montenegro, Mazedonien und Albanien in eine 500er-Pocketquery. Dem entsprechend waren Caches auf der Route rar.

Die Artikel werden in Reise-Echtzeit veröffentlicht. Das heisst, dass die Etappen das tatsächliche Reisedatum bekommen. Die allgemeinen Artikel quetschen wir dazwischen. Für euch heisst das: Alles in der richtigen Reihenfolge und hintereinander weg.

Hier könnt ihr die Route schon einmal anhand der GPS-Tags der geschossenen Fotos sehen.

GPS-Tags der Fotos

Alle Fotos sind mit einem iPhone 4 gemacht worden, man darf also keine Wunder erwarten. Aber für einen guten Eindruck reicht es allemal.