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Magisches Licht und Abschied von den Fjorden

Die Sonne lugt durch die dicken schwarzen Wolken

Skandinavische Lichtstimmungen

Morgens brechen wir in Richtung Nesna auf. Wir überqueren nochmals den Pass. Ein paar Kühe liegen auf der Straße.

Kühe liegen entlang der Straße auf dem Pass Richtung Nesna

Kühe liegen entlang der Straße auf dem Pass Richtung Nesna

Unten in Nesna regnet es heftig. Wir lösen die Tickets für die Fähre durch das einen Schlitz geöffnete Fenster der Fahrertür. Sonst wäre alles nass geworden. Die junge Frau, die in Regenjacke und mit Ticketdrucker bewaffnet zwischen den Autos den Fahrpreis einsammelt, ist bei dem Wetter nicht zu beneiden. Während der Fährüberfahrt klart es jedoch merklich auf. Levang begrüßt uns mit strahlendem Sonnenschein. Am Anleger liegt ein Cache (GC3A9EM) mit einem besonders schönen Versteck.

Kurz hinter Levang. Mit Sonne geht alles besser.

Kurz hinter Levang. Mit Sonne geht alles besser.

Von hier aus geht es jetzt weiter in Richtung Sandnessjøen. Kurz vor dem Städtchen überqueren wir die spektakuläre Helgelandsbrua, eine Brücke mit einer Kurve. Wir fahren drüber; unterwegs gibt es grandiose Aussichten. Am anderen Ende wenden wir: Nochmal, nochmal!

Auf der Helgelandsbrua

Auf der Helgelandsbrua

Die Kurve auf der Helgelandsbrua

Die Kurve auf der Helgelandsbrua

Die Brücke führt uns auf die Insel Alsten. Zunächst durchqueren wir das Städtchen Sandnessjøen und folgen der hier schnurgerade verlaufenden Fv17. Direkt an einem Flugplatz, den wir passieren, gibt es einen Campingplatz. WTF?

Am Fähranleger in Tjøtta liegt die Fähre zum Einfahren bereit. Zum ersten Mal erleben wir, dass eine Fähre voll ist und nicht alle mitnehmen kann. Uns auch nicht. Wir müssen warten, bis die Fähre zurück kommt. Kein Cache weit und breit, also kochen wir Kaffee und faulenzen im Bus.

Die Fährüberfahrt ist herrlich. Es weht ein steifer Wind, aber die Sonne scheint. Zwischen der Insel Pålmyro und dem Festland liegt eine Wand aus Nebel. Kurz vor  Forvik wird sie uns verschlucken.

Auf der Fähre von Tjøtta nach Forvik

Auf der Fähre von Tjøtta nach Forvik

Die sonnige Überfahrt ist wunderschön!

Die sonnige Überfahrt ist wunderschön!

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Die Nebelwand bei Pålmyro.

Es ist inzwischen früher Abend und die Fähre hat ausser uns noch viele große Wohnmobile transportiert. Wir suchen zunächst auf einem Hochplateau nach einem Schlafplatz. Wir biegen in einen vielversprechenden Weg ein (ohne Briefkasten, kein Haus zu sehen). Etwas entfernt entdecken wir dann doch ein Gehöft, zu dem dieser Weg wohl führt. Wenden geht nicht, also fahren wir ein Stück rückwärts zurück. Dabei lasse ich mich nur kurz ablenken. Das rächt sich sofort mit dem linken Vorderrad im Drainagegraben. Wir sitzen fest. Die Achse liegt auf. Zum Glück bekomme ich mit dem Reifen bei einem bestimmten Einschlag noch Grip am Grabenrand und wir kommen gerade so raus.

Auf der Suche nach einem Schlafplatz passieren wir eine geeignete Stelle, wo sich aber alle anderen Wohnmobile von der Fähre versammelt haben. Das muss dann auch nicht sein und wir schauen uns weiter um. Dann stehen wir am Fähranleger Åndalsvåg und beschließen, die kurze Überfahrt nach Horn auch noch heute zu machen.

Wir fahren jetzt auf Brønnøysund, einer größeren Stadt, zu und wollen vorher noch ein schönes Plätzchen zum Pennen finden. Wir finden einen historischen Marktplatz mitten in der Pampa, einen Wanderparkplatz nahe der Straße und einen Süßwassersee mit einigen Ferienhäusern nahe des Ufers. Aber auch ein paar vielversprechenden Stellflächen direkt am Wasser. Wir treffen ein paar Leute, die in der Nähe einen Wohnwagen stehen haben. Sie meinen, es wäre kein Problem hier für eine Nacht zu „parken“, der Besitzer hätte sicher nichts dagegen. Und so war es dann auch. Wir stellen uns hin, haben einen Sonnenuntergang (ungewohnt inzwischen) und anschließend eine geruhsame Nacht.

Binnenseecamp bei Brønnøysund

Binnenseecamp bei Brønnøysund

Hier wird es zum ersten Mal wieder nennenswert dunkel.

Hier wird es zum ersten Mal wieder nennenswert dunkel.

Der nächste Tag ist grau und wolkenverhangen. Wir fahren zunächst nach Brønnøysund hinein, tanken Diesel sowie Wasser und kaufen ein. Dann folgen wir der Fv17 weiter zu unserer letzten Inlands-Fährpassage von Vennesund nach Holm.

Heute ist es ein bisschen sehr grau entlang der Fv17.

Heute ist es ein bisschen sehr grau entlang der Fv17.

Die Abfertigung unserer letzten Inlandspassage hat schon begonnen als wir eintreffen.

Die Abfertigung unserer letzten Inlandspassage hat schon begonnen als wir eintreffen.

Es ist Nachmittag als wir in Holm eintreffen, trotzdem halten wir entlang der Strecke schon Ausschau nach einer Übernachtungsmöglichkeit. Wir sind ein bisschen erschöpft und möchten uns einfach ein wenig ausruhen. Ausserdem wollen wir versuchen, noch eine Nacht an einem Fjord zu verbringen. Kurz hinter Foldereit nehme ich im Augenwinkel  einen Weg wahr, der von der höher gelegenen Straße herunter zum Fjord führt. „Astrid, schau dich mal um. Ist da unten ein Haus?“ Da ist kein Haus.

Wir drehen, fahren den Weg herunter und finden uns auf einer felsigen Landzunge (N64 55.621 E12 20.312) nahe der Wasserlinie wieder. Es ist ziemlich windig und ich checke vorsichtshalber einmal den Tidenhub hier. Sowohl die Gezeiteninfo aus dem Netz als auch die Spuren an den Felsen lassen die Stelle unkritisch erscheinen. Gerade ist Ebbe, aber die Flut sollte nur wenig über einem Meter höher stehen. Ein Lagerplatz am allerletzten Fjord, so genial gelegen! Glück muss der Mensch haben!

Am Abend verziehen sich die Wolken, die tief stehende Sonne zaubert abermals eine grandiose Lichtstimmung in die Landschaft. Wir genießen den Kontrast des Lichts mit den tief liegenden, dunklen Wolken.

Perfekter Lagerplatz auf einer Landzunge am allerletzten Fjord auf der Route.

Perfekter Lagerplatz auf einer Landzunge am allerletzten Fjord auf der Route.

Ein Lichtspektakel kündigt sich an

Ein Lichtspektakel kündigt sich an

Die Sonne lugt durch die dicken schwarzen Wolken

Die Sonne lugt durch die dicken schwarzen Wolken

Die tief stehende Sonne taucht alles in eine unvergleichliche Lichtstimmung.

Die tief stehende Sonne taucht alles in eine unvergleichliche Lichtstimmung.

Herrliches Licht am Fjord

Herrliches Licht am Fjord

Frühstück am Fjord

Am nächsten Morgen: Frühstück am Fjord

Der folgende Tag bringt den Abschied von den Fjorden. Zumindest für diese Reise. Mal schauen, was das norwegische Inland uns zu bieten hat!

Bergfest und Trennung

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Als wir von Sandhornøya aufbrechen, fängt es gerade wieder an zu regnen. Wir haben die Zelte und die restliche Ausrüstung zum Glück noch in Sonne und Wind dieses Morgens trocknen können und sind gerade rechtzeitig mit dem Einpacken fertig geworden. So geht es jetzt wieder auf die Fv17. Das Wetter ist trüb. Trotzdem gibt es an der Route jede Menge zu sehen. Schneebedeckte Berge, aufgewühlte Fjorde, Nadelwälder und mächtige Wasserfälle.

In Ørnes suchen wir nach Angelbedarf

In Ørnes suchen wir nach Angelbedarf

Unsere Köder sind alle. Es ist Samstag und wir versuchen in einer Ladenzeile in Ørnes welche zu kaufen. Wir bekommen alles was wir brauchen, nur keine Köder. Etwas weiter finden wir einen Sportladen, der leider schon um 15 Uhr geschlossen hat. Bei Glomfjord verlassen wir die Hauptstraße und fahren auf der alten Passtraße in den Ort hinein. Der Tunnel, den man unterhalb gebaut hat, ist dem Örtchen sichtlich schlecht bekommen. Es wirkt ein bisschen verlassen und heruntergekommen. Der Durchgangsverkehr fehlt wohl. Wir überlegen, unter wievielen solcher Örtchen wir wohl schon unbemerkt hindurch gefahren sind. Auch hier gibt es nirgends Köder zu kaufen. 

Nach einer engen, kurvigen Passage zurück hinunter zur Fv17 geht es in den Svartistunnelen, der fast acht Kilometer lang ist.

Die Einfahrt zum langen Tunnel

Die Einfahrt zum langen Svartistunnelen

Gegenüber des nun folgenden Fjords erstreckt sich der Svartisen. Ein riesiger Gletscher, dessen legendärer blauer Schimmer bei dem trüben Licht leider nur zu erahnen ist. Hier müssen wir bei Sonnenschein noch einmal hin!

Svartisen bei trüben Wetter

Svartisen bei trüben Wetter

Bei Ica dann gleich mehrere Supermärkte. Alles haben sie: Lebensmittel, Unterhaltungselektronik, Bekleidung und sogar ein wenig Outdoor-Gear. Aber keine Köder! Jetzt kommt uns die rettende Idee. Im nahen Furøy gibt es einen Campingplatz. Was, wenn der Kiosk dort Angelkram hat? Genau so ist es. Es gibt Köder zu kaufen, sogar vergleichsweise preiswert.

Gut gelaunt und frisch ausgestattet machen wir uns zum Fähranleger der ersten Überfahrt auf der Route entlang der Fv17 auf. Es ist nur ein kurzes Vergnügen, es dauert keine zehn Minuten bis Ågskardet. So langsam richten wir unsere Blicke wieder auf geeignete Schlafplätze, aber die Besiedelung und die Landschaft gibt nicht viel her. Also stehen wir wenig später am Fähranleger Jetvik. Die Fähre lässt sich noch am Rand des Hafenbeckens ausmachen; sie hat gerade Richtung Kilboghamn abgelegt. Es ist also Zwangspause  angesagt. Haiko angelt im Hafenbecken und auch werfe meine Rute ein paar Mal aus. Ein paar kleine Makrelen an der Oberfläche deuten auf einen Schwarm weiter unten hin. Aber nichts. Haiko probiert es noch weiter. Astrid und ich beschließen den Felsen rechts vom Hafen zu besteigen. Die Aussicht gibt im Nieselregen nicht viel her. Aber zumindest haben wir ein bisschen Bewegung.

Fähre knapp verpasst

Fähre knapp verpasst

Als die Fähre endlich eintrifft, regnet es veritabel. Nur noch zwei weitere Autos mit drei Insassen möchten mit dem dafür völlig überdimensionierten Schiff übersetzen. Wir machen es uns in der großen Lounge bequem und wärmen uns auf. Auf dieser Passage verlassen wir den Nordpolarkreis.

Mit dieser Fähre verlassen wir den Nordpolarkreis.

Mit dieser Fähre verlassen wir den Nordpolarkreis.

Inzwischen ist es spät und in der Gegend nach dem Anleger müssten wir alsbald einen Schlafplatz finden. Wir fahren von der Hauptstraße ab. Das kleine Sträßchen führt immer weiter hoch und somit in die tief hängenden Wolken. Ein paar geeignete Plätze passieren wir, immer schon von einem oder mehreren Wohnmobilen belegt.

Schließlich finden wir den Parkplatz einer Schule bei Haugland. Hier beginnt ein Wanderweg, an dem Tina und Haiko ihr Zelt aufbauen. Es regnet durchdringend. Nach Nudeln mit Pesto und einigen Bieren beschließen wir den Tag und hoffen auf besseres Wetter und mehr Glück.

Der nächste Morgen präsentiert sich etwas freundlicher. An einem Parkplatz in der Nähe finden wir neben Sanitär einen guten Lagerplatz etwas abseits. Wir wollen heute aber weiter. Und Angeln. Ein Stück weiter auf der 17 weist ein Schild mit einem an der Angel zappelnden Fisch auf einen Parkplatz. Ein schick zurecht gemachter Angelplatz mit Granitmöbeln, die dem Fels angepasst wurden, lädt zum Baden der Köder ein. Wir versuchen uns abermals im Fischfang, haben wieder kein Glück. An dieser Stelle sei aufgelöst, dass es auf dem Rest der Reise keinen frischen Fisch mehr geben wird.

Hier werden wir heute nichts fangen.

Hier werden wir heute nichts fangen.

Jemand anderes hatte aber kürzlich Erfolg hier.

Jemand anderes hatte aber kürzlich Erfolg hier.

Auf dem Parkplatz trennen sich unsere Wege zunächst. Wir wollen ein paar Caches in der Gegend suchen, das ist in den letzten Tage zu kurz gekommen. Tina und Haiko erkunden den weiteren Verlauf der Strecke und suchen nach besseren Fischgründen. Einige Stunden später treffen wir uns auf einem Parkplatz. Die beiden sind gerade im Gespräch mit einem redseligen Local. Neben allerlei unglaublicher Geschichten hat er einen Tipp für einen Lagerplatz unweit von Nesna. Also los. Über einen Pass hoch über dem Fjord erreichen wir die kleine Hafenstadt. Das potenzielle Lager entpuppt sich als moskitoverseuchtes, etwas angemülltes Stück Wiese mit niedrigen Bäumen und Sträuchern ganz in der Nähe der Wohnbebauung. Das gefällt uns nicht. An der anderen Seite der Landzunge gibt es einige Caches. Ausserdem verheisst die Karte dort geringe Siedlungsdichte. Astrid und ich werden die Gegend cachend erkunden, Tina und Haiko versuchen ihr Angelglück nochmals im Hafen. Die Caches waren nett, aber einen Lagerplatz gibt es in der landwirtschaftlich genutzten Landschaft nicht. Wir erinnern uns an einen Parkplatz bei einem Cache, 30 Kilometer zurück auf der Fv17. Als wir uns im Fährhafen von Nesna wieder treffen, schlagen wir diesen als Schlafplatz vor. Mangels Alternative machen wir uns auf den Weg und werden die Nacht unweit eines tosenden Flusses verbringen.

Der tosende Fluss unweit des Lagers

Der tosende Fluss unweit des Lagers

Am oberen Lauf des Wasserfalls sind wir unterwegs zu einem Cache.

Am oberen Lauf des Wasserfalls sind wir unterwegs zu einem Cache.

Als wir unser Lager aufgeschlagen haben, teilen uns Tina und Haiko einen Entschluss mit. Sie möchten nach Hause. Das Wetter und die langwierige Suche nach einer zeltkompatiblen Bleibe haben an ihren Nerven genagt. Das können wir gut verstehen, finden es aber schade, dass die gemeinsame Reise hier nun enden soll. Der Ausstiegspunkt ist aber gut gewählt. Im nahen Mo I Rana gibt es gleich mehrere Möglichkeiten, über gut ausgebaute Europastraßen schnell wieder gen Süden zu gelangen.

Die Dachlatte im Einsatz

Die Dachlatte im Einsatz

So wird es unser letzter gemeinsamer Abend in Norwegen. Wir machen das beste draus und feiern. Die Biervorräte wollen bei dieser Gelegenheit dezimiert werden. Ein kleines Gewitter zieht auf. Wir machen es uns im Bulli gemütlich und warten den Guss ab.  Gegen Mitternacht endet unsere Abschiedsfeier. Wir werden am nächsten Morgen noch gemeinsam frühstücken, dann geht es für uns allein weiter.

Regenbogen nach dem Gewitter

Regenbogen nach dem Gewitter