Die Nacht war eisig und klar. Es verspricht ein schöner Tag zu werden, der letzte bis auf Weiteres.
Wir haben Geschmack am Maas-Radweg gefunden und wollen mehr. Also steuern wir morgens das Dorf Deville an. Von dort aus radeln wir flussaufwärts an der Maas entlang. Das Ziel für heute ist Sedan, knappe 60 Kilometer werden das.
Die Ardennen zeigen sich zuerst wieder von ihrer schroffen Seite. Hohe Klippen und felsige Hänge säumen die Strecke. Aufregende Landschaft wechselt auf pittoreske Dörfer mit hübschen Steinhäuschen und – jede Menge Leerstand. Aber hier, direkt an der Maas, geht es noch.
In der Stadt Charleville-Meziers setzen wir uns auf den zentralen Platz und trinken Kaffee. Anschließend Imbiß um die Ecke, ein frequentiertes Bistro bietet allerlei schnelle Leckereien an, schließlich ist man in Frankreich.
Zwischendurch hat es ein paar Tropfen gegeben, aber auch immer wieder Sonne. Die Landschaft hat sich etwas abgeschliffen und ist jetzt eher hügelig. Unterwegs kommen einige Bunker in Sicht und die Ausrichtung der Schießscharten deutet auf französischen Unrsprung hin. An einer Schleuse eine Gedenktafel, die an eine der letzten Operationen des WK I erinnert und den letzten französischen Soldaten ehrt, der darin starb. Das war just hier.
Kurz vor Sedan setzen wir uns auf eine Bank an einer Brücke, um uns zu orientieren. Wieder eine Gedenktafel. Die erwähnten Bunker waren wohl noch nicht fertig und so entstand eine Lücke, die die Wehrmacht just über diese Brücke ins französische Hinterland vorrücken ließ. Gleichzeitig führt sie in eben den Stadtteil, in dem 1870 die Reste der Grand Armée eingekesselt waren, was zur Kapitulation Napoleons führte. Alles ganz schön dicht hier.
Wir erreichen Sedan und finden die Stadt teils hübsch, mit großer Burg, aber auch nicht allzu aufregend vor. Es ist aber auch nicht so schlimm, denn alsbald wird unser Zug zurück nach Deville fahren, für den wir gestern schon Tickets besorgt hatten.
Die Strecke führt wenig überraschend an der Maas entlang. Wir müssen einmal umsteigen, sechs Minuten. Was einem zu Hause schon den Angstschweiss auf die Stirne treibt, ist hier überhaupt kein Problem. Alle Züge fahren auf die Sekunde genau. Die Wagen modern und sauber, es gibt ausreichend Platz und funktionale Fahrradplätze. In den Weichen wird man nicht aus dem Sitz geworfen.
Abends haben wir Lust auf Pampa, so stellen wir uns in ein Waldstück, weitab von allem. Reizarme Umgebung.


























