Nach eineinhalb Wochen unterwegs möchten wir doch schon ein paar Bilder posten. Den Reisebericht gibt es später. Die Reihenfolge ist auch nicht chronologisch, das folgt ebenfalls.
20 Jun
Nach eineinhalb Wochen unterwegs möchten wir doch schon ein paar Bilder posten. Den Reisebericht gibt es später. Die Reihenfolge ist auch nicht chronologisch, das folgt ebenfalls.
31 Mai
Im Moment sind wir mit Reisevorbereitungen beschäftigt. Dieses Mal soll es nach Skandinavien gehen. Die Route, wie sie bisher geplant ist, wird uns durch Schweden über ein Stückchen Finnland zu den Lofoten führen. Dieses Mal werden wir mit zwei Freunden aus MeckPomm in zwei Autos reisen.
Bald geht es los, dann gibt es hier mehr zu lesen. Stay tuned!

Wir möchten uns über lange Zeit selbst versorgen. Daher kommt dieses Mal ein Wasserfilter (Katadyn Vario) mit. In weiten Teilen Skandinaviens ist der sicher überflüssig, ein guter Praxistest sollte die Reise aber trotzdem sein.

In Norwegen gilt das Jedermannsrecht. Das schließt auch Angeln in Salzwasser ohne Konzession ein. Diese prima Angelausrüstung hat mir ein Kollege freundlicherweise geliehen. Das ist komplettes Neuland für mich. Bin gespannt!
16 Apr
Der Dreh- und Angelpunkt unserer Balkantour war Serbien. Daher hatten wir uns für das Land eine Papierkarte zugelegt auf der auch ein paar gute Stücke der Nachbarländer drauf sind.
Jetzt geht die Karte wieder auf Tour, neuen Abenteuern entgegen. @Freddie_Pepper, @Ulf78, @Marcel_ 123 und Szymon alias Team Bordercounter starten am 27. April 2013 zur Rallye Allgäu Orient, einem der letzten automobilen Abenteuer. Es wird von Oberstaufen circa 6000 km nach Jordanien gefahren. Dieses Jahr führt die Route über Palästina und Israel, da Syrien aus verständlichen Gründen umfahren werden muss. Ein Gutteil der Route führt auch durch diverse Balkanstaaten, wo die Karte hoffentlich ein bisschen helfen kann.
Neben dem Abenteuer geht es aber ebenfalls darum, Gutes zu tun. Zahlreiche Projekte werden von den Teams durchgeführt, um Notleidenden auf der Route zu helfen, die Rallye-Autos transportieren Medikamente und andere Sachspenden. Zu guter letzt werden die Fahrzeuge in Jordanien gespendet, zerlegt und die Einzelteile für einen guten Zweck verkauft. In der Vergangenheit kam allein daraus ein erkleckliches Sümmchen zusammen. Über die Aufbauprojekte aus den Spenden der vergangenen Jahre kann man sich hier ein Bild machen.
Übrigens: Da so eine Rallye, bei der man nebenbei auch noch die gekauften Autos spendet, natürlich ganz schön ins Geld geht, kann das Team Sponsoren gut gebrauchen.
Umso mehr freuen wir uns, dass wir einen kleinen Beitrag dazu leisten können. Im Rahmen der Nordseetaufe HellGEOland haben wir die Karte an 50% vom Team übergeben können. Wir wünschen den Bordercountern eine gute Zeit, viel Glück und Erfolg bei diesem Abenteuer!
21 Dez
Einigermaßen verwundert nehme ich die Berichterstattung zum Ende des Mayakalenders zur Kenntnis. Von Orten wie Bugarach in Frankreich, Tulum in Mexico oder Sirince in der Türkei hatte ich gehört. Dort soll man vor der vermeintlich bevorstehenden Apokalypse sicher sein oder sie zumindest angenehm erleben können. Jetzt – quasi am Stichtag – kommt noch ein Bekannter hinzu. Offensichtlich ist der Rtanj auch ein Ort, dem ausreichend Mystik zugesprochen wird um sich retten zu können. So berichten die britische Sun, der österreichische Standard, und sogar Gizmodo.
Durch das ausserordentlich starke Magnetfeld, das der Berg angeblich aussendet, kann hier nichts passieren. Die Hotels (ausser dem Motel an der M5 haben wir keines gesehen) sind ausgebucht und wir sind froh, an einem heissen Julitag fast allein dort hoch gekraxelt zu sein.
Einige der Presseberichte schmücken sich mit älteren Fotos der Kapellenruine. Hoffentlich sind die Endzeitpilger nicht allzu enttäuscht, wenn sie selbige eingestürzt vorfinden.
3 Nov
Pünktlich zum ersten Frost machen wir uns auf in die legendär kalte Eifel. Die Wetterprognose für die nächsten Tage ist so lala, aber es wird schon gehen. Wir haben uns vorgenommen, drei wunderbare Wandercaches (GC24AJZ, GC24AW0 und GC24AW5 | Update: leider archiviert) anzugehen, die teilweise auf, aber entgegengesetzt zum Eifelsteig verlaufen. Jeder wird einen Tag beanspruchen. Wir können aus sechs Urlaubstagen also die drei mit dem besten Wetter auswählen. Was uns ein wenig zu schaffen macht, ist der Einbruch der Dunkelheit bereits am späten Nachmittag. Wir werden früh aufbrechen müssen. Sehr früh. Bei diesen Temperaturen ist definitiv ein Campingplatz vonnöten. Eine heisse Dusche und Strom für längeren Betrieb der Standheizung muss schon sein. Wir wählen die Schafbachmühle, ein hübscher naturnaher Platz im Schafbachtal. Es ist wenig los und wir haben eine große Parzelle ganz für uns allein. Da es auch immer wieder einmal regnen soll, bauen wir das Busvorzelt auf.

Es dämmert bei Einruhr
Etappe 1 (GC24AJZ) Es ist noch stockduster als uns das Rauschen der Dieselstandheizung auf Stufe „Power“ weckt. Nach Kaffee und schnellem Frühstück brechen wir auf nach Einruhr. Über hart gefrorenem Matsch haben wir den ersten Aufstieg hinter uns, als die Sonne über die Eifelhügel steigt. Wir wandern in entgegengesetzter Richtung auf Eifelsteig Etappe 3. Trotzdem begegnet uns niemand. Die Wanderung ist herrlich, die Luft frisch und die Wälder still. Unterwegs bekommen wir ein paar Schneegrieselschauer ab. Der Cache ist so gehalten, dass die Aufgaben unterwegs gut im Vorbeigehen zu lösen sind und man sich ganz auf die Strecke konzentrieren kann. Nach ein paar ordentlichen Aufstiegen und einem guten Stück entlang der Rur erreichen wir Höfen. Vorher haben wir noch das Final geborgen; unterwegs gab es auch ein paar schöne Tradis. Mit knapp 20 km soll dies die kürzeste der drei Etappen gewesen sein. Am darauf folgenden Tag machen wir einen Abstecher in die belgischen Ardennen. Das Wetter ist feucht geworden. Morgen soll es aber wieder sonnig sein, besser zum Wandern. In der Gegend liegt GC40, der älteste Geocache auf dem europäischen Festland. Der will natürlich besucht sein.
Nicht weit von dort gibt es ein unglaubliches Bauwerk. War das Château Noisy noch vor einigen Jahren ein gut besuchter Lost Place, halten uns jüngere Berichte, neue Zäune und die Schilder die jemanden zeigen, der ein Gewehr im Anschlag hält, von einem direkten Besuch ab. So bleibt uns nur der Blick auf den Uhrenturm von einem Vorort von Celles aus.
Etappe 2 (GC24AW0) Heute soll die Sonne scheinen. In der Morgendämmerung, in der wir bei Höfen aufbrechen, ist es aber noch ziemlich diesig und die Feuchtigkeit von gestern hängt in der Luft. So wandern wir über Wiesen an großen Windkraftanlagen vorbei. Nach einiger Zeit erreichen wir eine Kreuzung. Hier führt ein Weg über eine Brücke, ein anderer nach links am Bach entlang. Wir biegen links ab. Hier habe ich im Vorfeld bei der Wegführung gepatzt. Zwar wandern wir jetzt an interessanten Bunkerruinen des ehemaligen Westwalls entlang, werden aber später 2 Kilometer entlang der Bundesstraße gehen müssen. Die Verbindung zweier Wege auf meiner geplanten Route gibt es schlicht nicht. Wir sind zwar nur 300 Meter vom richtigen Weg entfernt, dazwischen liegt aber ein sumpfiges Tal mit Bach und allerlei Tümpeln. Ausserdem ist dies Naturschutzgebiet, da verbietet sich das Verlassen der Wege von allein.
Nachdem wir wieder auf der geplanten Strecke sind, glücklicherweise lag keine Station des Caches dazwischen, finden wir ausgedehnte Wälder mit schmalen, steinigen Pfaden vor. Es geht jetzt entlang der deutsch-belgischen Grenze durch das Tal der Olef. Dies ist ein wunderschöner Weg, der zu unseren Favoriten auf der gesamten Runde zählt. Schon bald erreichen wir die Oleftalsperre. Die Sonne scheint tatsächlich, allerdings sind wir auf der falschen Seite im kühlen Schatten unterwegs. Neidisch blicken wir auf den sonnenbeschienenen Nordweg.
An der Staumauer ist ausser uns niemand. Dabei ist perfektes Herbstwetter, aber niemand hat sich hierher verirrt. Als nächstes folgt ein kleiner Aufstieg zum Wildfreigehege Hellenthal. Als wir schon parallel zum Zaun laufen brettert ein Lieferwagen heran. Wir trauen unseren Augen kaum: Auf der Lehne der Rücksitzbank krallt sich ein Mönchsgeier fest; wippend mit dem ganzen Körper das Geschaukele auf dem Feldweg ausgleichend. Morgen soll es regnen. Dann wollen wir uns auf jeden Fall die Tiere im Park anschauen. Heute wandern wir vorbei und erreichen nach einiger Zeit Schleiden, nicht ohne vorher das Final des zweiten Teils der Cachetrilogie geborgen zu haben. Diese Etappe verlief zum Großteil nicht auf dem Eifelsteig und ist für das „Einhalb“ im Titel verantwortlich. Knapp 30 Kilometer waren wir heute unterwegs.
Am darauf folgenden Tag regnet es tatsächlich, es wird sogar vor markantem Wetter gewarnt. So beschließen wir zwei Sehenswürdigkeiten in der Nähe zu besuchen. Zum einen das Wildfreigehege vom Vortag und auch die „Ordensburg“ Vogelsang, über die wir bisher noch nicht viel wissen. Zum Tierpark gehört eine Greifvogelstation und wir haben Glück, dass in einer Regenpause eine Flugshow stattfinden kann. Die fällt bei allzu schlechtem Wetter nämlich aus. Neben allerlei Greifvögeln treffen wir hier auch den Mönchsgeier namens Whisky wieder, der nach einigen Tricks einen ausgedehnten Freiflug über die Oleftalsperre genießt. Der Weg zwischen und durch die zahlreichen und ausgedehnten Gehege wird durch heftiger und durchdringender werdendem Regen begleitet.
Am frühen Nachmittag machen wir uns zum nicht weit entfernten Vogelsang auf. Das Besucherzentrum ist im belgischen Truppenkino aus den Fünfzigern mit dem entsprechender Architektur untergebracht. Wir machen die Führung mit und lassen uns die Bedeutung dieses Ortes im Nationalsozialismus erklären. Nebenbei ist es eine nette und legale Lost Place Tour.

Erhaltene historische Nazikneipe: Hier haben die „Junker“ gehockt und sich als „Herrenmenschen“ gefühlt

„Hierr mössen Säulen hin!“ Die Säulen im Eingangsportal wurden von Hitler persönlich verfügt.
Selbst dem Nazi-Architekten war dieser Stilbruch so peinlich, dass sie auf späteren Abbildungen nie gezeigt wurden.
Auf dem Weg zurück zum Parkplatz beginnt ein heftiges Unwetter mit Hagel und Sturm. Wir sind froh, jetzt nicht auf dem Eifelsteig unterwegs zu sein. Etappe 3 (GC24AW5) Wieder ist es noch dunkel als wir in der Nähe von Schleiden zur finalen Etappe aufbrechen. Es geht wieder entgegengesetzt den Eifelsteig entlang, dieses Mal die offizielle Etappe 4. Heute ist es zwar windig aber wenigstens trocken. Sogar die Sonne lässt sich ab und zu einmal blicken. Wieder wandern wir einsame Wege, nur selten begegnen wir jemandem. Vogelsang erreichen wir noch vor Öffnung des Museums und umwandern die „Burg“ und haben so noch einmal ganz andere Perspektiven auf dieses spezielle Areal.
Einen Ab- und Wiederaufstieg später sind wir bei dem Höhepunkt dieses Tages angelangt. Wir sind in Wollseifen, dem Dorf das dem Truppenübungsplatz weichen musste. Nur die Kirche und ein altes Transformatorhäuschen sind noch übrig. Drumherum hat man ein Kampfdorf gebaut. Einfache Bauten ohne Fenster, in denen der Häuserkampf geübt wurde. Zuletzt wohl auch für Einsätze im Kosovo. Graffitis, die das serbische Kreuz und andere Symbole zeigen, kennen wir schon von unserer Balkantour. Die Atmosphäre ist beklemmend. Wir sind wieder einmal völlig allein in dieser Kulisse. In Wollseifen gibt es auch einen Cache, den wir angehen, nachdem wir uns ein wenig umgeschaut haben.
Nun geht es abwärts zur Staumauer der Urfttalsperre. Hier kommen uns jetzt einige kleine Wandergruppen entgegen. An der Staumauer ist sogar ein bisschen etwas los und die Gastronomie hat geöffnet.
Wir suchen „Kleine Umwege, die sich lohnen“, einen Cache der inzwischen archiviert wurde. Der Umweg hat sich trotzdem gelohnt, denn hier gibt es die beste Aussicht. Nun wandern wir den Wildnistrail entlang des Urftsees, der weiter westlich mit dem Rursee verbunden ist. Entlang des Obersees der Rurtalsperre erreichen wir bei Sonnenschein den Ausgangspunkt unserer Wanderung und sind wieder in Einruhr. Gerade als wir die Rucksäcke unter dem schützenden Dach der Bushaltestelle absetzen, fallen die ersten Tropfen. Es wird den Rest des Abends und auch am nächsten Tag durchdringend regnen. Somit fällt uns der Abschied aus der Nordeifel am nächsten Morgen nicht so schwer. Wir nehmen nur die besten Erinnerungen und Eindrücke mit. Und ein nasses Vorzelt.
15 Jul
Wir sind in drei Wochen 6700 Kilometer gefahren. Teils war die Strecke wirklich holperig, einige Male waren wir auch über längere Distanzen auf sehr schlechten Geröllstraßen unterwegs. Siehe dazu hier, hier und hier. Ganz spurlos geht das am T4 natürlich nicht vorbei. Zwei neue Reifen waren fällig und die Heckklappe will auch noch gerichtet sein. Beulen betrachte ich zwar eigentlich als passiven Diebstahlschutz, an dieser Stelle in der Heckklappe gefährdet sie aber die Stabilität des Fahrradträgers. Die Querlenker ächzen zwar, sind aber noch OK. Und dann dieser Pistenstaub überall.
Aber der T4 hat tapfer durchgehalten. Nicht eine Panne hatten wir. Ausser Diesel verlangte unser Bulli nichts von uns. Natürlich haben wir unterwegs ständig kontrolliert, ob irgend eine Flüssigkeit fehlt. Nicht selten habe ich abends mit der Taschenlampe unter dem Bus gelegen und den Unterboden und die Aufhängung kontrolliert, wenn es tagsüber allzu sehr geknallt hat.
14 Jul
Heute wollen wir wirklich weit fahren. Also brechen wir zeitig auf und sind sehr bald auf der Autobahn in Richtung Zagreb. Dort wird es merklich voller, je näher wir in den Großraum der kroatischen Hauptstadt kommen. Zwischendurch staut es sich sogar ein wenig. Das sind wir überhaupt nicht mehr gewohnt, ertragen es aber stoisch. Bei den großen Mautstationen kommen wir am Kreditkartenschalter am schnellsten voran; die Barzahler stauen sich in einer langen Schlange.
Hinter Zagreb wird es in Richtung Slowenien merklich ruhiger. Auf der gegenüberliegenden Spur ist aber die Hölle los. Die Ferienzeit hat jetzt richtig begonnen. Man kann den Eindruck gewinnen, halb Nordeuropa strömt an die kroatische Küste. Am Grenzübergang Gruškovje, über den wir auch eingereist sind, wollen von Kroatien nach Slowenien nur einige PKW einreisen. Die LKW-Schlange hat allerdings schon Kilometer vor der Grenze begonnen. Als wir die Grenze problemlos passieren, sehen wir den Rückstau auf der anderen Seite. Bestimmt zehn Kilometer fahren wir an stehenden Wohnmobilen, Gespannen oder sehr voll gepackten PKW vorbei. Drei Wochen zuvor sind wir da einfach nur durchgefahren.
Wir nehmen die mautfreie Landstraße nach Maribor, wo wir einkaufen und uns auf den Weg zur österreichischen Grenze machen. Als wir auf die mehrspurige Schnellstraße fahren, die wir bereits von der Anreise kennen, fällt mir in der Auffahrt ein Zusatz unterhalb des Fernstraßenschildes auf. Das ist ein Mautvignettensymbol! Die Straße ist also mautpflichtig. An der nächsten Ausfahrt fahre ich schleunigst wieder runter. Das hätte richtig teuer werden können. Zum Glück gibt es hier keine kameragespickten Kontrollpunkte wie auf der slowenischen Autobahn, so dass unser Versehen unbemerkt bleibt. Auf dem Hinweg herrschte Starkregen, es war wenig Verkehr und Feiertag in Slowenien, so dass wir das Schild übersehen haben. Und erwischt hat man uns auch nicht. Jetzt studieren wir die Karten und suchen einen Weg nach Österreich auf der Nebenstrecke. Den gibt es sicher, allerdings ist es uns deutlich zu umständlich und dauert zu lange. Also kaufen wir an einer Tankstelle zähneknirschend eine Vignette für €15. Das entspricht einem Euro pro Kilometer von hier aus. Hilft aber nichts.
Dafür sind wir in Nullkommanix an der österreichischen Grenze, denn jetzt haben wir natürlich die Autobahn genommen. Hier geht kein Weg am „Pickerl“, der österreichischen Autobahnvignette vorbei. Als wir Österreich durchfahren, regnet es stark und wir werden einiges an dem Pistenstaub los, der sich auf dem Balkan überall am Bulli angesammelt hat.
Am Nachmittag erreichen wir die deutsche Grenze. Das Wetter bessert sich merklich, es ist aber empfindlich kalt. deutlich unter 20° misst das Bordtermometer. Unser nächstes Zwischenziel ist die Hohe Geba in der Rhön. Hier findet heute das Rhön Summer Event statt. Vor zwei Jahren war ich schon einmal auf dem Event und es hatte mir sehr gut gefallen. Da herrschten auf der Hohen Geba weit über 30°, jetzt sind es eher 12°. Dem entsprechend schnattern wir nach der Gluthitze im Süden und der angenehmen Wärme in Nordkroatien. Die Eventteilnehmer sitzen daher auch im Inneren der Gastronomie und wir gesellen uns dazu. Bei leckerem Essen und netter Gesellschaft werden wir die eine oder andere Reisegeschichte los.
Nach diesem anstrengendem Tag fallen wir erschöpft ins Bullibett. Morgen geht es nach Hause!
13 Jul
Nachdem wir nun einen Tag fast nur auf der faulen Haut gelegen haben, muss nun etwas Strecke gemacht werden. Natürlich wollen wir unterwegs aber noch etwas anschauen.
Die heutige Etappe ist fast 600 km lang und wir wollen knapp die Hälfte auf der Küstenstraße zurücklegen, um die schöne Landschaft zu genießen. Kurz nachdem wir die Halbinsel Pelješac verlassen haben, kommen wir an die Grenze zu Bosnien und Herzegowina. Hier wird das kroatische Festland von einem sechs Kilometer breiten Streifen BIH durchschnitten. Er besteht im Wesentlichen aus dem Städtchen Neum, Bosniens Zugang zum Mittelmeer, das wiederum aus Bettenburgen und Tankstellen zu bestehen scheint. Da der gesamte Tourismus von und nach Dubrovnik hier durchkommt, sind die Kontrollen recht lax. Ein kurzer Blick in die Pässe und wir sind drüber. Wieder nach Kroatien rein geht es genauso rasch.
Nun fahren wir gemütlich an der schönen Küste Dalmatiens entlang. Man merkt, dass der Tourismus hier sehr ausgeprägt ist und dass die Saison langsam richtig in Schwung kommt. Wir genießen die schöne Landschaft und stören uns nicht weiter am zunehmend dichterem Verkehr. Auf der Höhe von Ploče beginnt die Autobahn. Danach wird es auf der Landstraße wieder etwas leerer.
Nach etwa 200 km kämpfen wir uns durch erste Vororte von Split. Unser Zwischenziel heisst Trogir, eine Stadt mit einem mittelalterlichen Stadtkern. Astrid war als Kind schon hier und hat die Altstadt als überaus malerisch in Erinnerung.
Seit 1997 ist Trogir Weltkulturerbe und das zu Recht. Der große Besucherparkplatz weist auf hohe Besucherzahlen hin, der Andrang hält sich aber in Grenzen. Wir flanieren ein wenig durch die Gassen, schauen uns die Burg und den Hafen an und genießen das Flair.
Zurück am Bulli sehen wir zu, dass wir ordentlich Strecke machen. Über einen kleinen Pass geht es hoch zur Autobahn, die die Kroaten in die Berge gezimmert haben. Jetzt kommen wir gut voran. Die kroatische Autobahn ist gewohnt gut, aber teuer. Wir möchten bis zum Abend einen Campingplatz bei Karlovac, etwas südlich von Zargeb erreichen. Unterbrochen von einem spektakulärem Autobahnpass bei Rovanjska ist die Fahrt recht eintönig. Hin und wieder gibt es einige schöne Felsformationen zu sehen. Ansonsten glatte, gerade Autobahn mit mäßig Verkehr.
Als wir das Dorf Belavici erreichen, ist die Brücke zum Camp weg. Stattdessen gibt es eine behelfsmäßige, einspurige Pontonbrücke etwas weiter westlich. Das macht natürlich Spaß, den Fluss auf diese Weise zu kreuzen! Wir hätten gerne ein Foto vom Bulli auf der Schwimmbrücke gemacht aber es ist zuviel Verkehr. Vor und hinter uns wollen andere Camper queren. Wir lassen sie nicht warten und fahren einfach drüber.
Im Camp gibt es zwei Überraschungen. Zum einen ist der Platz voll von Holländern. Muss wohl in einem niederländischen Campingführer gerade gut bewertet worden sein. Zum anderen kann man jetzt in der Sonne stehen. Ohne dass man schwitzt. Einfach so. Das hatten wir seit Wochen nicht! Abends setzen wir uns an den Fluss Mrežnica, der hier fast schon mangrovenartig wirkt.
Am nächsten Tag werden wir noch weiter fahren, geraten wieder fast in Konflikt mit dem slowenischen Mautsystem und besuchen ein Geocaching-Event – in Deutschland.
12 Jul
Heute lassen wir es uns einfach nur gut gehen. Unter den hohen Bäumen unseres Camps ist es schattig und der nahe Strand lädt zu einem erfrischenden Bad ein. Das Autokamp Prapratno liegt wirklich schön in einer Bucht. Für Kroatien ungewöhnlich hat man hier direkt am Wasser Sand unter den Füßen.
So gibt es nicht allzu viel zu erzählen, ausser dass wir die Füße wechselnd hoch, in den Sand oder uns gleich ganz ins Wasser legen. Fotos haben wir auch keine gemacht.
Gegen Nachmittag zieht es sich zu. Es sind die ersten dichteren Wolken, die wir seit langem sehen. Nach Regen sieht es trotzdem nicht aus. Wir beschließen, einen Cache in der Nähe zu besuchen und uns Ston anzusehen.
Der Cache (GC19FZ8) liegt an einer Kirche auf einem Hügel etwas ausserhalb von Ston. Mit den Wolken geht eine gewisse Schwüle einher. Der Aufstieg ist also schweisstreibend. Die Kirche ist gerade eingerüstet. Schade für uns, weil die Sicht auf das schöne Gebäude eingeschränkt ist. Aber gut zu sehen, dass man sie nicht verfallen lässt. Leider zickt unsere einzige Kamera in Form eines iPhone 4. Später erst bemerken wir, dass die Bilder von der Kirche nicht gespeichert wurden.
Der Cache ist fix entdeckt und nach dem Abstieg machen wir uns auf nach Ston. Das Städtchen verfügt über die längste Festungsmauer in Europa. Im 14. Jahrhundert hat man hier 5 km Mauer mit zahlreichen Türmen in den Berg gezimmert. Das sieht vor allem aus einiger Entfernung ziemlich eindrucksvoll aus.
Wir schlendern ein bisschen durch die Altstadt. Den Cache hoch auf dem Berg lassen wir liegen. Es ist uns eindeutig zu schwül für einen erneuten Aufstieg.
Abends legen wir die Füße hoch. Schließlich werden wir am nächsten Tag Kilometer fressen.
11 Jul
Heute haben wir eine lange Fahretappe vor uns. Trotzdem wollen wir unterwegs noch ein Kloster in Montenegro besuchen. Ausserdem soll die komplette Umrundung der Bucht von Kotor lohnenswert sein. Das ist zwar ein Umweg, den wir aber gerne in Kauf nehmen. Bevor wir dann unseren angepeilten Schlafplatz erreichen steht noch ein Stadtbummel in Dubrovnik auf dem Programm.
Deswegen machen wir, das wir loskommen. Die Küstenstraße ist belebt, es geht nicht so recht vorwärts. Überall überqueren Badegäste zahlreiche Zebrastreifen und Fußgängerampeln. Montenegro ist den Autokennzeichen zufolge ein beliebtes Urlaubsziel für ganz Osteuropa. Leider geht das auch mit zahlreichen Bausünden einher. Wo vor kurzem noch lauschige Buchten mit Strand gewesen sein mögen prangen jetzt grässliche Hotelbauten, nagelneu oder noch im Bau.
Als wir Bar erreichen, denken wir zum Glück an einen Besuch am Geldautomaten, schließlich sind wir total blank. OSM weiss, wo einer ist. Und es kommen tatsächlich Euros raus. Wir sind auf dem Rückweg und hier kann man dies das erste Mal mit Händen greifen.
Kloster gibt es an der Küste zuhauf. Überall zeigen Wegweiser in die Berge oder herunter zum Meer. Unseren Zwischenstopp beim Kloster Rezevici haben wir ausgesucht, weil es hier einen Cache gibt ( GC29XQ8 ). Nachdem wir das Döschen in der Nähe eines historischen Brunnens finden, schauen wir uns die Sakralbauten an. Hinter den dicken Mauern ist es schön kühl und es gibt tolle Wandgemälde zu sehen.
Wir fahren weiter auf der Küstenstraße und kommen an der berühmten Hotelinsel Sveti Stefan vorbei. Auf Bildern sieht Budva, das wir kurze Zeit später durchfahren, äusserst malerisch aus. Verändert man aber nur ein wenig die Perspektive, sieht man vor allem Hotelbunker. Es ist voll und hektisch. Wir sind froh als wir durch sind. Hinter Budva weicht die Straße von der Küste ab und verläuft etwas weiter im Landesinneren.
Am Abzweig nach Kotor wählen wir die Route weiter geradeaus um die Landzunge herum. Die schmale Straße führt jetzt direkt am Meer entlang, oft nur wenige Zentimeter über der Wasserlinie und ohne weitere Befestigung. Wir durchfahren malerische Dörfer und die Sicht über die Bucht mit den hohen Bergen im Hintergrund ist einfach grandios. Leider muss ich als Fahrer sehr aufpassen. Es ist eng. Oft kreuzen Fußgänger unseren Weg. Dem Gegenverkehr muss in Millimeterarbeit ausgewichen werden. Aber die Strecke lohnt sich. Die Landschaft ist einfach großartig!
Eigentlich war Budva von Tito als „Monaco des Balkans“ vorgesehen. Als wir aber Kotor erreichen, wissen wir warum dieser Titel hier besser passt. Überall fette Karren und Yachten. Vor der Stadt ankert ein riesiges Kreuzfahrtschiff. Schicke Flaneure säumen unseren Weg, es ist wieder sehr voll auf den Straßen.
Hinter Kotor wird es beschaulicher. Die Küstenstraße überwindet etliche Höhenmeter, mal herunter zur Adria, mal schaut man von weit oben über die Bucht. Leider ist der offene Panoramabus vor uns, der mit 40 km/h Touristen durch die Gegend karrt. Auf der anderen Seite der Bucht gibt es auch ein paar kleine Campingplätze. Hätten wir unsere gestrige Tagesetappe etwas verlängert, wäre einer von denen die für uns bessere Wahl gewesen.
Kurz vor der Grenze zu Kroatien durchfahren wir das Städtchen Igalo. Auf einem Parkplatz vor einem Restaurant registriere ich etwas, das mir ziemlich bekannt vorkommt. Wir wenden und tatsächlich! Es ist das Gespann von Andrea und Jochen, die wir in Kremna getroffen haben. Die sitzen mit ihren Kindern beim Essen. Was für ein Zufall! Wir tauschen ein paar Reiseerfahrungen aus und machen uns auf zur Grenze.
Die Einreise nach Kroatien ist erwartet unproblematisch. Allerdings empfängt uns das Land mit schlechter Wegstrecke. Der Straßenbelag ist über Kilometer abgetragen worden und eine einzige Baustelle. Danach ist die Küstenstraße aber astrein. Wer die kroatische Adriaküste kennt, weiss um ihre Schönheit.
Wir erreichen Dubrovnik am Nachmittag. Wir suchen uns ein Parkhaus ausserhalb der Innenstadt und machen uns zu Fuß auf. Ein paar Caches gibt es hier. In einem netten Park finden wir GC1BDJK komplett muggelfrei, obwohl die Parkplätze und -häuser voll sind. Man strebt wohl eher Richtung Altstadt. Der zweite Cache (GC2XA1K) liegt bei „Dubrovniks Gibraltar“. Eine majestetische Festung mit Blick auf die Mauern der Altstadt. Auch hier ist nichts los, obwohl die Ausblicke toll sind und das Gemäuer sehenswert ist.
Auf dem Weg zur Altstadt wird es merklich voller und multinationaler. Unweit der Brücke, die in die Altstadt führt, ist ein großer Busbahnhof. Hier ist die Hölle los. Wir drängen uns mit den Massen über die Brücke und versuchen uns die Altstadt anzuschauen. Ja, das ist schön hier. Aber auch eine ziemliche Tourifalle. Die Gassen werden von Werbetafeln von Restaurants und Auslagen der zahlreichen Andenken- und Plunderläden beherrscht. Wir schauen uns ein wenig um und schieben wieder mit dem Strom nach draussen. Der Cache bei der Stari Grad ist wohl weg.
Das kroatische Festland wird 50 km westlich von Dubrovnik für 8 km von Bosnien und Herzegowina durchschnitten. Kurz vorher biegen wir in Richtung Ston ab, das auf einer Halbinsel liegt. Wir finden den Campingplatz, den wir angepeilt haben. Er liegt herrlich schattig unter hohen Bäumen und verfügt über einen Sandstrand in einer Bucht. Wir hopsen erst einmal wieder in die Adria.
Am nächsten Tag schauen wir uns Ston an und aalen einfach ein bisschen am Strand.