Kontraste: Von Albanien nach Montenegro


Am nächsten Morgen weckt uns die heiße Sonne schon zeitig. Der fußlahme Holländer ist zu unserer Verwunderung mit Packen beschäftigt. Wie wir erfahren kommt seine Tochter heute per Flieger aus den Niederlanden nach Tirana um das Gespann nach Hause zu fahren. Wir selbst räumen jetzt auch unsere Sachen zusammen und machen uns reisefertig.

Der Grenzübergang Muriqan/Sukobin zu Montenegro, den wir benutzen wollen, ist für LKW gesperrt. Haben wir gehört. Auf dem Weg dorthin wird auch klar warum. Wir durchfahren einige Vororte von Shkodër und überqueren die Drin. Nach der Brücke führt uns eine schmale Straße entlang des Flussufers durch kleine Dörfer. Hier wäre wahrlich kein Platz für LKW.

Kurz bevor die Autoschlange vor der Grenze beginnt sehen wir noch einmal ein albanisches Wort, das hier allgegewärtig scheint.  „Lavazh“ steht in großen gepinselten Lettern auf einer Art Carport. Auf unserer Fahrt durchs Land haben wir schon gerätselt, was es bedeuten könnte. Oft fand man den Begriff an Tankstellen, auf solchen selbst gezimmerten Pavillons wie hier, manchmal steht aber auch einfach ein gepinseltes Schild mitten in der Pampa. Eine Internetrecherche bringt es zutage: Man kann hier sein Auto waschen lassen. Aus irgend einem Grund gibt es überall „schwarze“ Autowaschplätze mit Waschpersonal. Einen Erklärungsversuch gibt es beim Albanian Blogger.

Diese freundlichen Mazedonier machen sich Sorgen um unseren Motor

Die PKW-Schlange ist lang. In weiter Ferne lässt sich die Grenzstation erahnen, es geht aber kaum voran. Am späten Vormittag ist die Hitze bereits unerträglich. Wir geben unsere motor- und klimaschonende Haltung auf, lassen den Motor bei geschlossenen Fenstern und eingeschalteter Klimaanlage einfach laufen. Das führt zu hektischer Aktivität einiger Wartender, die sich aus ihrem Yugo in den Schatten geflüchtet haben. Es wird an unser Fenster geklopft und unter den Bulli gezeigt. Ich steige aus und schaue mir die Sache an. Wasser tropft aus dem Motorraum auf den glühenden Asphalt. „That’s from the air condition“ beschwichtige ich, bedanke mich und steige wieder ein. Trotzdem werden stets besorgte Blicke aus der Gruppe unter den Bulli geworfen.

Albanien fordert eine Straßenbenutzungsgebühr von Ausländern. Unseren Recherchen nach müssten wir an der Grenze jetzt drei Euro berappen. Zu unserer Überraschung gibt es aber nur einen montenegrinischen Posten. Der will kein Geld von uns. Die Abfertigung ist ein Klacks, Pässe und Fahrzeugpapiere werden kurz gesichtet, das wars.

Endlich! Grenze in Sicht!

So sind wir jetzt in Montenegro. Nach einer Serpentinenstrecke, schmal aber mit gutem Belag, steht ein Supermarkt. Kein Mini-Markt oder irgendein Laden. Ein großer Supermarkt mit großem Parkplatz. Wir sind die einzigen Kunden. Fünf oder mehr Angestellte bemühen sich um uns. Es ist klimatisiert. Es gibt Marken zu kaufen, die wir schon aus Serbien kennen, aber auch ein komplett westliches Sortiment. Montenegro hat sich bei seiner Abspaltung von Serbien 2006 für den Euro als Zahlungsmittel entschieden, ohne jedoch Teil der Europäischen Währungsunion zu sein. Das macht Preisvergleiche mit den Produkten zu Hause natürlich einfach. Alles kostet hier die Hälfte oder weniger. Wir nehmen diese Einkaufsgelegenheit gerne an. Offensichtlich handelt es sich hier um ein Statement und ein Bekenntnis zu Westeuropa.

Auf der Küstenstraße nahe Bar

Unser nächstes Ziel ist Bar, eine Hafenstadt nicht weit von der Grenze entfernt. Hier gibt es zwei Caches und auch sonst soll die Stadt sehenswert sein. Die Küstenstraße bietet schon einmal wunderschöne Ausblicke.

Ausblicke nahe Bar

Einen der Caches (GC29XPY) finden wir schnell in einem Park unter Umgehung eines schlafenden Mittagspäuslers. Der zweite (GC29XQH) ist wohl weg. Der kleine Rundgang zeigt uns die Stadt von ihrer besten Seite. Überall sitzen Leute in Cafés, es gibt viele aufgeklappte Laptops zu sehen. Die schmucken Gebäude sind großteils in gutem Zustand. Im Straßenbild ist der Anteil neuerer PKW recht hoch. Überhaupt ist alles ein bisschen wie „Serbien de Luxe“ und ein krasser Gegensatz zu dem, was hinter der Grenze zu Albanien nur wenige Kilometer entfernt ist.

Stadtansichten Bar

Ehemaliger Königspalast

Hier sollte eigentlich ein Cache drin sein

Nach dem Stadtbummel geht es wieder ein Stückchen südwärts nach Utjeha wo es einen guten Campingplatz geben soll. Er liegt in einer Bucht die, wie in der Gegend üblich, dicht bebaut ist. Wir fahren erst einmal daran vorbei und entdecken erst beim zweiten Mal die kleine Einfahrt zum Platz. Der zieht sich wie ein langer schmaler Schlauch zwischen den umliegenden Gebäuden durch. Es ist ziemlich voll. Abends wird noch ein polnisches Pärchen anreisen, das ihr Zelt fast in unserem Radkasten aufbaut. Immerhin: Es gibt Schatten von alten Olivenbäumen und die Sanitäranlagen sind prima.

Der Strand ist in unmittelbarer Nähe und wir machen das Touriprogramm. Das Wasser der Adria ist glasklar und eine großartige Erfrischung. Trotz dass es recht belebt ist haben wir genügend Platz und es wirkt gar nicht so voll wie auf den ersten Blick.

Die Touri-Bucht mit unserem Campingplatz

Eines haben wir vergessen. In Bar wollten wir Bargeld [sic!] holen. Schließlich kommen hier wieder Euro aus dem Automaten. In dieser Touristenfalle gibt es jedenfalls keinen Geldautomaten. Der Campingplatz bietet per Definition Kartenzahlung an. Als ich die Kreditkarte zücke, wird man hektisch. Es wird mit einem USB-Stick hantiert, offensichtlich gibt es kein Internet per Draht. Daher wohl auch keine Geldautomaten. So kommt es, dass wir unsere letzten Euro-Reserven zur Bezahlung des Platzes aufwenden. Der allerletzte verbliebene Euro reicht aber noch für zwei Biere in einer Strandbar.

Am nächsten Tag bestaunen wir die Bucht von Kotor und treffen alte Bekannte.

Die Bucht von der anderen Seite aus der Strandbar gesehen

Stille Tage in Barbullush

Albanien hat ein Müllproblem. Überall gibt es wilde Müllkippen. Bei Sonnenuntergang werden an den Ortsrändern Feuer entzündet, in denen Plastikverpackungen, Gartenabfälle und anderer Unrat verbrannt wird. Selbst hier in recht ländlicher Umgebung liegt ein beißender Geruch in der Luft. In den Orten gibt es Müllcontainer, neben denen schon einmal jemand seinen Ölwechsel entsorgt. Aber woher kommt dieser sorglose Umgang mit Kunststoffen und giftigen Flüssigkeiten?

Leider typisches Bild: Bunker mit wilder Müllkippe

In der Ära Hoxha, insbesondere in den Siebziger und Achtziger Jahren war Albanien total isoliert. Die Paranoia des Präsidenten kannte keine Grenzen. Hunderttausende Bunker zur Verteidigung gegen die vermeintlich lauernden Feinde wurden überall im Land errichtet. Kooperationen oder gar Handel mit dem Ausland fand so gut wie gar nicht mehr statt. Dadurch war die heimische Wirtschaft auf sich allein gestellt. Alle Rohstoffe mussten möglichst wiederverwendet werden; klassische Konsumgüter waren so gut wie unbekannt. Lange waren Kraftfahrzeuge in Privatbesitz verboten.

Nach dem Sturz des Kommunismus strömten Waren aller Art in das Land. Den Umgang mit Verpackungen aus Plastik oder die Betriebsstoffe der jetzt in großer Zahl aufkommenden Autos hatten die Leute einfach nicht drauf. Das Ergebnis kann man im ganzen Land sehen. Überall, wirklich überall liegt Müll.

Das ist einfach nur schade, denn die Landschaften sind wunderschön. An den Stränden waren wir nicht, aber auch dort soll sich das typische Bild fortsetzen.

Mit unserem Campingplatz jedenfalls haben wir es gut getroffen. Zu unserer Verwunderung wird er von einer holländischen Familie betrieben. Demzufolge gibt es mitteleuropäische Kost, allerdings sind auch die Preise überaus westlich. Wir beschließen heute einfach einmal nichts zu machen. Laut Wetterprognose soll das Thermometer wieder über 40° klettern, so dass eine kalte Dusche in unmittelbarer Gehweite nach einer guten Idee klingt. Ein kleiner Pavillion neben dem Bulli spendet Schatten, so dass unser jetzt schon weitgereistes Vorzelt abermals in der Toolbox bleibt. Dazu gibt es WLAN, so dass man einen faulen Ruhetag im Schatten gut rumkriegen sollte.

Ausser uns campt noch ein Gespann mit holländischem Kennzeichen. Ein älterer Herr sitzt vor seinem winzigen Wohnwagen. Er spricht ganz gut Deutsch und wir erfahren, dass er sich den Knöchel gebrochen hat. Zwangspause also. Er ist offensichtlich alleine unterwegs und wir bieten ihm bei Bedarf unsere Hilfe an.

Trotz Hitze: Kaffee muss sein!

Etwas entfernt steht ein Igluzelt. Nach einiger Zeit knattert eine Kawasaki heran. Kaum vom Bock gesprungen pellt sich der Fahrer in Windeseile aus seiner Lederkombi und wirft alle Klamotten von sich. Es ist Don aus der Nähe von Aachen, der den kompletten Weg hier runter allein und auf zwei Rädern zurückgelegt hat. Nach einem anstrengenden Ritt durch die Berge braucht er jetzt erst einmal eine Abkühlung. Später werden wir gemeinsam in der Bar sitzen und in Reisegeschichten schwelgen.

Der Campingplatz hat einen Bewacher. Ein offenbar aus dem Ort stammender geistig behinderter Junge darf tagsüber das Tor hüten. Dafür hat er einen langen Stock, mit dem er die Einlasskontrolle macht. Das bereitet ihm offenbar großen Spaß und die Campingplatzwirte gehen lieb mit ihm um. In der Dämmerung wird er mit einem Bulli nach Hause gefahren. Stattdessen knattert ein Mann mit einem Mofa heran. Zu unserem Erstaunen hat er ein Gewehr geschultert. Er stellt sein Gefährt ab und setzt sich neben die Pforte. Wir rätseln bis heute, ob diese Maßnahme eher symbolischen Charakter besitzt oder eine tatsächliche Notwendigkeit besteht.

Am nächsten Tag werden wir uns nach Montenegro aufmachen, wundern uns über die Grenze und werden endlich in die Adria hopsen. Dann gibt es auch wieder mehr Fotos!

Schlechte Neuigkeiten vom Rtanj

Eben bekam ich eine Mail von Geocaching.com, wonach der STF am bei „Catch me if you can“ (GC32FMP) auf dem Šiljak des Rtanj gefallen ist. Den Reisebericht über unseren FTF vor Ort gibt es hier zu lesen.

Anscheinend hat sich jetzt an der atemberaubenden Kulisse aber etwas Entscheidendes verändert. Der letzte Bogen der alten Kapelle ist eingestürzt.

So prächtig stand die Ruine im Juli da…

…und so sieht sie jetzt aus.

Da fehlte nicht mehr viel…

Ich habe mir daraufhin noch einmal alle Fotos von der Tour angeschaut und eines gefunden, dass den damaligen Zustand des Bogens sehr gut zeigt. Vielleicht war es ein Blitz, der in die Metallarmierung eingeschlagen ist? Auch ein souvenirjagender Mauerspecht könnte das entscheidende Steinchen herausgezogen haben. Oder aber der vor Ort dauernd herrschende Wind hat die Struktur so nachhaltig geschwächt, dass es zum Einsturz gekommen ist.

Das ist sehr schade und es bricht mir fast das Herz, diesen Ort so zu sehen. Aber Dinge ändern sich und nichts ist für ewig. Umso mehr freut es uns, diesen magischen Ort noch mit der „Original-Ruine“ besucht haben zu dürfen.

Hier noch ein paar Links zu der klassischen Ruine:

360°-Panorama
Winterwanderung zum Siljak auf dem Rtanj
noch ein Winterbild von der Kapelle

Auf den Straßen von Shqipëria

Mazedonische Camping-Verkablung

Glaubten wir den Erzählungen der Leute, die wir in den exjugoslavischen Staaten getroffen haben, ist Albanien ein unbekanntes, anrüchiges und wildes Land, in das man unmöglich reisen kann.

Straßen seien quasi nicht existent, überall lauerten Gefahren und man würde da unmöglich lebendig rauskommen, überspitzt gesagt. Die Reiseberichte, die ich im Vorfeld gelesen hatte, waren zwiegespalten, aber überwiegend positiv. Bei den Reisevorbereitungen hatte ich das Land Albanien allerdings nicht sehr gut recherchiert. Es war Teil der Route mit ein, zwei Caches und einer Übernachtung. Mehr nicht.

Unterwegs besuchen wir noch die Quellen der Schwarzen Drina

So brechen wir also nicht allzu früh morgens mit gemischten Gefühlen auf zur nahen albanischen Grenze. Die verläuft auf einer Hügelkette. Eine Serpentinenstraße führt hinauf. Schon bald sehen wir erste Schilder, die das Fotografieren verbieten. Dies gilt aber nicht der Grenze, sondern der mazdonischen Militärbasis, die kurz vorm Grenzposten liegt. Wir haben noch einmal eine tolle Aussicht auf den Ohridsee von hier aus.

Unsere heutige Etappe

Wir erreichen den kleinen mazedonischen Posten. Es ist nichts los und wir kommen sofort dran. Ausser uns ist nur noch ein gelber Vito mit italienischem Kennzeichen hier und will von Albanien nach Mazedonien einreisen. Ich reiche dem Grenzer das ganze Bündel an Papieren: Pässe, internationale Führerscheine, grüne Versicherungskarte, Fahrzeugschein. Der Beamte legt die Fahrzeugpapiere zur Seite, interessiert sich nur für die Pässe. Man hat nichts zu beanstanden, reicht uns die Papiere wieder herein. Der Zoll winkt uns durch. Jetzt folgt eine längere Passage durchs Niemandsland. Wir nutzen die Zeit, um noch einmal die Vokabeln zu checken.

Ich begrüße die Grenzer gerne in Landessprache und schaffe mir das vorher eigentlich immer drauf. Bisher musste man immer nur Varianten beherrschen: „Dober Dan!“ oder „Dobar Den!“. Aber Albanisch konnte ich mir einfach nicht merken. Ich bitte Astrid, mir „Guten Tag“ auf Albanisch noch einmal vorzulesen. „Mirëdita!“ sagt sie zu mir. Wir erreichen den Grenzposten. „Good Morning!“ sage ich.

Im Rückspiegel taucht der gelbe Vito noch etwas entfernt auf. „Huch, haben sie den nicht reingelassen?“

Wieder wird das Bündel Papiere rübergereicht. Mir ist so, als fehle irgend etwas. Richtig, die License, der Fahrzeugschein, ist nicht dabei! Ich schaue im Fußraum, im Trittbrett, dem Fach, aus dem ich die Papiere gezogen habe. Nichts. Eine Weiterreise ohne Fahrzeugschein stelle ich mir äusserst unkomfortabel vor. Wir haben zwar eine Kopie dabei, zum Vertrauen sollte das bei misstrauischen Polizisten aber eher nicht beitragen. Der Grenzer, ein Schnauzbart, der wie der Prototyp eines Grenzbeamten aussieht, interessiert sich neben den Pässen aber nur für die grüne Versicherungskarte. Ich weise ihn auf die fehlende License hin. Er soll noch einmal gucken, ob sie nicht irgendwo zwischen die anderen Papiere gerutscht ist. Ist sie nicht. Er lacht und will uns schon so einreisen lassen. Da hält der gelbe Vito neben uns. Offenbar haben ihm die mazedonischen Grenzer aufgetragen, uns den Fahrzeugschein zu bringen. Der ist da wohl liegengeblieben. Der Fahrer beugt sich auf der Beifahrerseite in unseren Bulli, reicht mir erst den Fahrzeugschein und dann die Hand. Auch Astrid wird mit einem herzlichen Händedruck bedacht. Zum Abschied murmelt er etwas von „Sorry for the Football“ und meint wohl das verlorene Halbfinalspiel Italien–Deutschland. Genauso schnell wie er aufgetaucht ist, verschwindet er auch schon wieder, steigt in seinen Vito und braust in Richtung Mazedonien davon.

Badebetrieb in Tushemisht

Jetzt können wir dem albanischen Grenzposten auch unsere License präsentieren. Dieser lacht jetzt noch lauter und bedeutet uns, dass wir passieren sollen. So sind wir jetzt also in Shqipëria (Albanien). Hinter der Grenze führt die Strecke wieder direkt an der Küste entlang. Unser erster Eindruck vom Land wird bestimmt durch den kleinen schmucken Badeort Tushemisht.

Danach erreichen wir über eine Umleitung – auf der Küstenstraße wird gebaut – die Stadt Pogradec. Hier machen wir zum ersten Mal Bekanntschaft mit der quirligen Fahrweise der Albaner unter beengten Bedingungen. Die Regeln sind einfach und ähneln denen in Süditalien: Gefahren wird, wo Platz ist. Wo kein Platz ist: Hupen! Hier sehen wir auch die erste der zahlreichen Polizeikontrollen, die scheinbar wahllos Fahrzeuge herauswinkt. Da diese Aktion auf einer der Hauptverkehrskreuzungen stattfindet, steigert sie das bunte Chaos noch einmal.

Gleich hinter der Grenze fällt eine hohe Dichte von T4-Bussen auf. Herrschen in Ex-Jugoslawien eher französische Modelle oder alte Tatas vor, sieht man hier jede Menge Trapos und Caravellen mit kurzem Vorderwagen, also schon älteren Datums. Sie sind in Form von Sammeltaxis offenbar ein wichtiger Bestandteil der öffentlichen Infrastruktur.

Die Küstenstraße hinter Pogradec ist unfassbar schlecht. Selbst die Einheimischen bleiben vor besonders heftigen Schlaglöchern stehen, um sie anschließend ehrfürchtig im Schritttempo zu durchfahren. Die heutige Etappe ist knapp 300 km lang. Wenn das so weitergeht, können wir uns auf was gefasst machen. Der Blick auf den Ohridsee entschädigt aber. Entlang der Straße stehen viele fliegende Händler, die vor allem ihre Fischfänge anbieten. Die Bilder ähneln sich: Einer der Händler steht halb auf der Fahrbahn und wedelt so ausladend mit einem toten Aal, dass man fürchten muss, ihn auf der Haube zu haben. Wir entscheiden uns gegen den vermeintlichen Frischfisch und Presseberichte, die von einem großen Aalsterben am Ohridsee berichten, geben uns im Nachhinein Recht. Nicht wenige dieser Aale sollen gesammelt worden sein und nicht selten den Weg auf Restaurantteller gefunden haben.

Aalverkäufer am Ohridsee

Am Nordufer des Sees gilt es, den ersten Pass in Richtung Westen zu überqueren. War die Straße bis hier hin eine Katastrophe, reiben wir uns ungläubig die Augen. Eine nagelneue, schwarze, breite und gut markierte Teerstraße windet sich hinauf. Oben gibt es eine kleine Parkbucht und eine letzte Aussicht auf den Ohridsee. Ausserdem liegt hier Bennies Balkan Box AL, beziehungsweise die Ersatzdose derer. Das Original ist wohl den Straßenbauarbeiten zum Opfer gefallen. Wir finden den Cache und sind somit jetzt mit dem Länderpunkt Albanien ausgestattet.

Letzter Blick über den Ohridsee

Albanien ist im Wandel. Das ist entlang der Hauptstraßen, die wir vorwiegend fahren, überall zu merken. Es wird viel gebaut. Der Straßenbelag ist gegen unsere Erwartung wirklich gut, oft neu. Es sind noch mehr Pferde- und Eselkarren unterwegs als in den Gegenden zuvor. Es scheint einige Leute zu geben, denen es wirtschaftlich ganz gut geht, daneben aber auch blanke Armut. Wir überqueren zwei Bergkämme und durchfahren Elbasan. Nach einer weiteren Passstraße erreichen wir das quirlige Tirana.

Gegensätze bei Qukës

Die „Vulkanizer“ heissen hier „Gomisteri“

Tiranë, wie es in der Landessprache heisst, wartet mit einer weiteren Überraschung auf. Kurz bevor es in das Verkehrschaos der Innenstadt geht, wird die Landstraße zur Autobahn. Nagelneu, noch nicht markiert, aber schon für den Verkehr freigegeben. Die kennt unsere Karte noch nicht. Der Verkehr in der Stadt ist ja berüchtigt, aber so schlimm finden wir es gar nicht. An die direkte Fahrweise der Albaner haben wir uns schon gewöhnt. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass Sonntag ist.

In Tirana versuchen wir noch ein TB-Hotel zu finden, lesen aber in der Beschreibung, dass der Owner vorher angeschrieben werden will und dann die Dose rauslegt. Am zweiten Cache, der in der Stadt liegt, fahren wir stumpf vorbei.

Unser eigentliches Ziel heute heisst aber „Camping Albania“, ein Campingplatz nicht allzu weit von der Grenze zu Montengro entfernt. Hier gibt es auch einen Geocache und er verspricht einmal wieder gescheite Sanitäranlagen. Es ist schon wieder ziemlich heiss und wir können eine Dusche gut gebrauchen. Wir wurschteln uns also durch die Innenstadt und erreichen den Ortsausgang. Schon wieder nagelneue Autobahn! Entlang der Strecke gibt es moderne Tankstellen, Shoppingcenter und unglaublich viele Baustellen.

Der Diesel geht zur Neige. An einer der Tankstellen halten wir, die Gebäude sind nagelneu. Auf einem Schild sind diverse gängige Kreditkarten ausgewiesen. Gut so, schließlich haben wir keinen einzigen albanischen Lek in der Tasche. Die Anlage wird von einem älteren Ehepaar betrieben. Neben den Zapfsäulen und einem kleinen Büro gibt es auch eine Bar. Ausser uns sind keine Kunden hier. Wir sorgen für Aufregung, als wir wegen der Kreditkarte fragen. Offensichtlich weihen wir das Terminal heute ein. Über die Bedienung ist man sich nicht einig, einige Belege werden gedruckt, der Vorgang aber immer abgebrochen. Schließlich wird der Tankwart von gegenüber, wo es eine baugleiche Tankstelle gibt, zu Hilfe gerufen. Ein junger Mann kommt über die Autobahn gelaufen. Er spricht gutes Englisch und kann auch das Terminal bedienen. Allerdings werden wir hier das erste und einzige Mal auf unserer Reise beschissen. Man besteht auf der Abrechnung in Euro. Ich habe den Umrechnungskurs aber nicht drauf und so werden uns 20 € zuviel berechnet. Das ist aber zum einen immer noch billig, zum anderen ist das echt wenig Geld, im Vergleich zu dem was man uns vor der Reise für Schauermärchen erzählt hat. Es wurde uns prophezeit, dass wir auf dem Balkan ausgeraubt würden, ohne Auto oder gar ohne Leben dastünden.

Am sehr späten Nachmittag erreichen wir den Campingplatz, um den es im nächsten Artikel gehen soll.

Groundspeak sagt: Albanien liegt im Nordpazifik

Ein Cache, mitten im Ozean. Man muss Tauchen und Klettern, kann ihn per Zwei- und Allrad erreichen. Es wird eine Taschenlampe benötigt und er kostet Eintritt. Campen, Lagerfeuer und Hunde sind erlaubt. Ausserdem braucht er ne Wartung. Ein typischer 1/1er halt. Gibt’s nicht? Doch gibt es. In Albanien.

Aber von vorn: Im Vorfeld der Balkantour habe ich mich mit einigen Apps zur Offline-Cache- und Kartenverwaltung sowohl für iOS als auch für Android beschäftigt. Um diese soll es hier aber gar nicht gehen, darüber ist schon viel geschrieben worden.

Dass Bosnien, Serbien, Montenegro, Mazedonien und Albanien in eine 500er Pocket Query passen, macht diese zum idealen Testobjekt. Nicht zu viele Wegpunkte, aber jede Menge Fläche und mehrere beteiligte Länderkarten.

Die ersten Importe der PQ in verschiedene Tools fielen ganz schön ernüchternd aus. Mir wurde eine komplett in die Welt ausgezoomte Karte präsentiert. Reinzoomen wurde mit hakeliger Performance quittiert und führte nicht selten zu Abstürzen. Es hat eine Weile gedauert, bis ich herausbekommen habe, woran das liegt.

Bei näherer Betrachtung zeigt sich nämlich ein Wegpunkt 2000 km westlich vor der amerikanischen Küste, etwa in Höhe der Grenze Kalifornien zu Mexiko. Laut Listing liegt er aber in Albanien und kommt deshalb mit der albanischen Pocket Query. Es handelt sich um den (?) Testcache (GC2BE9D) von Groundspeak. Gibt es noch mehr davon? Wenn ihr noch von anderen Kuriositäten dieser Art wisst, postet es einfach in die Kommentare.

Screenshot vom Testcache GC2BE9D

Update: Der Cache liegt nun laut Listing in Nordkorea.

Vom heissen Osten Mazedoniens an den Ohridsee

Morgens sind wir schon früh auf. Die Rezeption der Popova Kula Winery ist jetzt mit dem freundlichen Gärtner besetzt, der in der Dunkelheit vor allem mit dem Wässern der Rasenflächen beschäftigt war. Wir nutzen noch einmal die Waschräume und machen uns reisefertig. Schon jetzt beäugen uns die ersten Hotelgäste neugierig vom Balkon aus. Wir machen, dass wir wegkommen. Einen warmen und freundlichen Empfang hatten wir von den Mitarbeitern des Hotels, so recht passen wir beiden Bullibewohner aber nicht hierher.

Unser Ziel ist der Ohridsee. Dort soll es einen Campingplatz mit Strand und guten Sanitäranlagen geben. Endlich wieder eine Dusche! Und selbst wenn es mit den Sanitärhäuschen wieder nichts ist haben wir immer noch den See.

Auf dem Weg zum Ohridsee

Minarett und Wegweiser

Unterwegs in Richtung Westen überqueren wir insgesamt vier Pässe. Hinter jeder Bergkette wird die Landschaft etwas grüner und das Thermometer fällt. Entlang es Prespasees sind es nur 32°. Und es ist fast Mittag. Eine Wohltat nach den über 40° von gestern!

In der Nähe von Bitola bemerken wir, dass an einem Hang unfassbar viel Müll liegt. Zuerst denken wir an eine wilde Müllkippe. Ein Blick den Hang hinauf offenbart einen Slum, wie wir ihn live noch nie gesehen haben. Von diesen hatten wir schon gehört. Es heisst, dass vor allem Roma hier unter unfassbaren Umständen leben müssen. Im Juli 2012 gab es Presseberichte über ein Lager in Montenegro, das in Windeseile abgebrannt sein muss. Angesichts dieser Bilder sind wir nicht verwundert. Glücklicherweise hat es dabei keine Todesopfer gegeben. Trotzdem sind viele Menschen obdachlos geworden.

Der letzte Pass, den es zu überqueren gilt, führt durch den Nationalpark Galicica. Eine schmale Straße führt in Serpentinen immer höher in das Gebirge. Die letzten Pässe führten über eher hochrangigere Straßen. Jetzt ist es schmal und teilweise ohne Leitplanken am Abgrund. Es bieten sich atemberaubende Ausblicke. Der Gebirgskamm trennt den Prespasee vom Ohridsee. Am höchsten Punkt des Passes bietet sich eine fantastische Aussicht über beide Gewässer. Wir parken in einer Piste und machen uns zu Fuß auf zum Aussichtspunkt, wo auch ein Cache (GC14FCJ) liegt.

Berg Galichica

Parkplatz am Pass über den Galichica

Auf einer steilen Wiese haben Paraglider ihr Basiscamp. Einzelne Gleiter sind in der Luft zu beobachten. Das muss herrlich sein, über dieser Landschaft! Der Cache führt uns etwas abseits des gut besuchten Aussichtspunktes. Wir setzen uns und schauen den Paraglidern eine Weile zu.

Wahnsinns-Aussicht mit Paraglider

Das Basiscamp der Paraglider

Am Campingplatz angekommen stehen wir vor der obligatorischen Schranke. Es gibt einen Schrankenwärter, der die Fahrzeuge einzeln durchlässt und auch die Fußgänger kontrolliert. Er erinnert uns an Louis de Funes und spricht Deutsch. Aber so schnell und hastig, dass wir ihn fast nicht verstehen. Wir lassen den Bulli an der Pforte stehen und schauen uns um. Das Gelände ist sehr weitläufig und es gibt verschiedene Bereiche. Mal finden sich kleine Zeltstädte, hier und da sieht man einen Wohnwagen. Ein Hüttendorf gibt es auch, aber da ist nichts los. Der Strand sieht prima aus, ist aber ganz schön bevölkert. Das liegt daran, dass der Campingplatz auch ein Strandbad ist, das auch Eintritt kostet. An einem Samstagnachmittag ist dies bei diesem prächtigen Wetter gut besucht.

Der Strand – allerdings am nächsten Morgen

Zum Campen entscheiden wir uns für eine Wiese etwas abseits. Sie wird von hohen, ausladenden Laubbäumen beschattet. Etwas entfernt steht ein T4 mit mazedonischem Kennzeichen. Ebenfalls abseits finden sich einige Zelte, sonst ist hier nichts los. Ideal! Die Duschen gehen in Ordnung, die Toiletten auch. Ein weiteres Sanitärhäuschen ist im Bau.

Unser Camp am Ohridsee

Zunächst machen wir uns aber auf zum Strand. Wir erwischen das letzte schattenspendende Bäumchen am Rand. Direkt auf dem Sand haben sich die Leute Schirmchen mitgebracht. Ein Verweilen direkt in der Sonne ist undenkbar. Das Wasser im See ist glasklar und gar nicht so kalt. Herrlich! Etwas entfernt bemerken wir eine kleine Familie. Wir hören einige Brocken Deutsch und immer einmal wieder eine andere Sprache. Mazedonisch, wie wir bald erfahren sollten. Wir sprechen die drei an. Es sind Gülbear mit Tochter Zeynep und ihrem Mann Sükrü aus Hamburg. Sie sind fast jedes Jahr hier, Gülbear hat Wurzeln in Ohrid. Wir haben eine nette Unterhaltung über dies und das, später machen wir noch eine kleine „Bulliführung“.

Die Camper auf dem Platz gehen relativ sorglos mit ihrem Eigentum um. Am Strand lassen sie ihre Sachen unbeaufsichtigt liegen, vor den Camps sind auch wertvollere Gegenstände offen zu sehen. Wir fühlen uns sicher. Später bemerken wir, dass ausser der „Einlasskontrolle“ auch Wachschutz über das Gelände patrouilliert.

Unsere ersten Landschildkröten in freier Wildbahn und dann so ein Benehmen!

Wir unternehmen noch einen Abendspaziergang, der einen Cache mit einschließen soll. Wir kommen aber nicht so recht dran und es wird rascher dunkel als vermutet. Als dann noch einige Fahrzeuge ohne Kennzeichen aus Richtung der nahen albanischen Grenze an uns vorbeijagen, entscheiden wir uns endgültig für den Rückzug.

a good old yugoslav truck 😉

Am nächsten Tag reisen wir nach Albanien ein, durchfahren Tirana und finden eine überraschende Bleibe.

Mazedonien (former Yugoslav Republic of)

Als die Sonne noch tief steht, brechen wir Richtung Süden auf. Heute werden wir Serbien endgültig verlassen. Das finden wir sehr schade, langsam müssen wir uns aber auf den Rückweg machen. Und ein paar weitere Länder wollen wir ja noch besuchen.

Kuhhirtin unterwegs

Wir fahren die selbe Strecke zum Autoput, wie wir vorgestern gekommen sind. Die Nord-Süd-Achse Serbiens hat die bekannt wechselhafte aber brauchbare Qualität und wir kommen ganz ordentlich voran. Auf der Suche nach einer Einkaufsmöglichkeit geraten wir in das quirlige Städtchen Bujanovac. Hier wohnen anscheinend überwiegend Moslems, was im Straßenbild deutlich zu merken ist. Verschleierte Frauen in langen Gewändern und Männer mit Kaftanen teilen sich die Straße mit einem bunten Verkehrschaos aus allerlei Arten von Fahrzeugen. Es gibt viele Moscheen und auch sonst wirkt alles sehr orientalisch. Als kleine Kuriosität entdecken wir einen Wegweiser zur „Pizzaria Dusseldorf“. Alles eine Frage der Perspektive. Leider existiert von diesem kleinen Exkurs kein brauchbares Foto.

Das letzte Stück Autobahn bis zur Grenze nach Mazedonien (FYROM) ist teilweise noch im Bau. Der freigegebene Belag ist nagelneu und wir gleiten nur so dahin. Es ist wenig Verkehr.

An der Grenze hat sich an der PKW-Abfertigung eine lange Schlange gebildet. Es geht nicht so recht vorwärts. Das Thermometer ist unaufhörlich geklettert und zeigt jetzt satte 40° an. Im Schatten. Den gibt es aber nur direkt an den Abfertigungsschaltern. Eine Ewigkeit stehen wir jetzt auf einer aufgeheizten Asphaltfläche, umringt von glühenden Blechkisten. Fliegende Händler verkaufen raubkopierte CDs und ein junger Mann mit „Macedonia (FYROM)“-T-Shirt versucht die Reisenden von den Vorzügen des Landes abseits der Autobahn zu überzeugen. Die Autokennzeichen lassen vermuten, dass die meisten der Autoinsassen Türken und Griechen sind, die in Nordeuropa leben und auf dem Weg in die alte Heimat sind.  Somit fahren sie nur durch. Am Schalter angekommen erfahren wir auch, was das Problem ist. Die Passscanner sind ausgefallen. Die manuelle Abfertigung plus Versuch „ob es wieder geht“ dauert einfach länger.

Warten an der Grenze bei 40°

Mazedonien (former Yugoslav Republic of) empfängt uns mit einer grottigen Fahrbahnoberfläche, die vor Löchern nur so strotzt. Selbst die LKW fahren kilometerweit auf der linken Spur um der abgenutzten Fahrbahndecke der rechten zu entgehen. Trotzdem erreichen wir kurz hinter der Grenze eine Mautstation. Die Streckenabschnitte kosten allerdings nur Centbeträge. Die gesamte Durchfahrt Serbien-Griechenland kostet ca. € 3,50. Immerhin gibt es an den Mautstationen freies WLAN. Ich bedauere fast schon, dass es kaum Schlangen gibt und die Wartezeiten sehr kurz sind.

Die Landschaft um uns herum wird immer karger. Gelb- und Ockertöne herrschen vor. Schon jetzt, Anfang Juli, ist die meiste Vegetation vertrocknet. Das Radioprogramm empfinden wir als überaus exotisch, es gibt viele Folkloresender mit entsprechender Musik.

Alles heisst irgendwie nach „Alexander the Great“. Der Flughafen in Skopje, die Autobahn, die wir gerade befahren und noch so dies und das. Die Willkommens-SMS von einem lokalen Carrier beginnt mir „Welcome to the cradle of civilization!“. Auch das Kürzel (FYROM) hinter dem Landesnamen ist allgegenwärtig. Im offiziellen Sprachgebrauch heisst das Land wegen eines Namensstreits mit Griechenland „Former Yogoslav Republic of Macedonia“.

Die Stufen zum Monument

Unser erstes Ziel heisst Veles. Dort gibt es einen Cache (GC1DVD2) an einer Gedenkstätte für gefallene mazedonische Soldaten. Wir fahren von der Autobahn ab und parken unterhalb des Monuments. Es geht über steile, weisse Marmortreppen den Berg hoch. Als wir fast oben sind, drehen wir uns um und genießen den Ausblick auf die Stadt. Es ist brüllend heiss und die Luft flirrt. Just in diesem Moment rufen die Muezzine von den Minaretten zum Mittagsgebet. Eine unbeschreibliche Szenerie!

Blick über Veles

Monument

Mit dem Länderpunkt ausgestattet machen wir uns auf zu unserem Schlafplatz. Auf einem Weingut nahe Demir Kapija soll man ganz gut stehen können. Der Tipp kam abermals vom Campingplatzchef in Sr. Mitrovica. Am späten Nachmittag sind wir da. Die Popova Kula Winery entpuppt sich als recht noble Absteige. Vor der Tür stehen – für die regionalen Verhältnisse – neue und große Autos. Die Gäste wirken fast schon mondän. Innen ist es klimatisiert und die Rezeption ist gleichzeitig ein gut sortierter Weinhandel. Man erlaubt uns auf dem Parkplatz zu campen und die Waschräume in der Rezeption zu benutzen. Wieder keine Dusche, aber immerhin saubere Toiletten und ein Waschbecken. Auf die Frage nach dem Preis winkt man ab. „It’s free.“

Popova Kula Winery

Unser Camp auf dem Parkplatz

Vom Weingut aus blickt man über sanft geschwungene Weinberge und auf mehrere Gebirgsketten. Wir machen es uns im Schatten gemütlich, in dem inzwischen 43° herrschen, und versuchen uns so wenig wie möglich zu bewegen. Abends werfen wir uns in eine möglichst ordentliche Garderobe und besuchen das Restaurant. Wir essen und trinken ganz hervorragend. Ein eiskaltes Bier, nach dem uns jetzt gelüstet, kann man uns hier prinzipbedingt nicht anbieten. Aber der erfrischende Weisswein, den man uns empfiehlt, ist ganz hervorragend.

Aussicht vom Weingut aus

Auf der nächsten Etappe suchen wir wieder Abkühlung an einem See und fahren das erste Mal seit langem wieder nach Westen.

Erstmal Kaffee.

Einer der wichtigsten Ausrüstungsgegenstände auf Tour ist unsere fast unverwüstliche Kaffeekanne. Genauer gesagt handelt es sich um eine Espressokanne von Bialetti. Man benötigt Wasser, Kaffeepulver und eine Wärmequelle, schon kann es losgehen. Wir benutzen einen einfachen Gaskocher für Campingaz Stechkartuschen. Die sind klein, leicht, billig und überall zu bekommen.

Das Prinzip ist einfach. Das Wasser im Kessel wird zum Kochen gebracht und verdampft. Durch den Druck wird der Dampf durch das Sieb mit dem Pulver gedrückt. Oben in der Kanne kondensiert der Wachmacher, fertig. Der Kaffee, der rauskommt schmeckt herrlich und draussen gleich noch mal so gut.

Der Griff hat irgendwann einmal aufgegeben. Also habe ich ein Essstäbchen aus Plastik mit Sugru an der Kanne befestigt. Über die Ästhetik kann man streiten, aber das hält jetzt schon einige Jahre.

„Schön Willkommen in Bulgarien“

Heute machen wir einen Tagesausflug nach Bulgarien. Natürlich nicht ohne den obligatorischen Länderpunkt zu holen. In Grenznähe liegen zwei Tradis. Einer, der den sicheren Punkt verspricht (GC14RKG) und einer, der eine nette Kraxelei verheisst (GC10G6E).

Man heisst uns „Schön Willkommen in Bulgarien“

Eine Serpentinenstraße windet sich in östliche Richtung vom Hochplateau in Richtung Grenze herunter. Mitten in der Pampa kommen uns plötzlich Fußgänger mit Einkaufstüten auf der Landstraße entgegen. Die Gegend ist bergig und der nächste Ort kilometerweit entfernt. Zudem ist es noch recht früh am Tage und die Leute scheinen auf dem Rückweg zu sein.

Ein Stück weiter erreichen wir Klisura, ein größeres Dorf. Hier ist Markt und jede Menge los. Man kann nahezu alles kaufen, von Lebensmitteln über Bekleidung. Aber auch Jagd- und Angelbedarf sind im Angebot, einige Militaria sind zu sehen. Mit Töpfen, Pfannen und Geschirr kann man sich hier auch ausstatten. Offensichtlich fallen wir auf, die Köpfe fliegen herum als wir vorbeifahren. Einige Passanten sehen uns noch lange nach. Westeuropäer verirren sich offensichtlich höchst selten in die Gegend.

Wir erreichen die Grenze. Ein klitzekleiner Grenzposten fertigt hier den lokalen Grenzverkehr ab. Man kennt sich offenbar. Die Serben lassen uns schnell durch. Die bulgarische Grenzbeamtin will wissen, wo wir denn hinwollen. Nur ein kleiner Ausflug ins Land, antworten wir. Sie lässt uns passieren und wir verabschieden uns mit „See you in the evening!“. Dem Zollbeamten reicht auf Nachfrage, ob wir etwas zu verzollen haben, ein einfaches „No“. Es gibt aber noch eine dritte Person, die am Grenzposten arbeitet. Der Typ, der die Vignetten verkauft. In Bulgarien sind nahezu alle Straßen mautpflichtig. Wir wollen nur ein paar Landstraßen fahren, die das aber auch betrifft. Also kaufen wir eine Wochenvignette für fünf Euro. Kleiner haben sie es nicht.

Die Straße, die wir fahren, ist unglaublich schlecht. Tiefe Schlaglöcher und ständig wechselnder Belag lässt eine zügige Fahrweise nicht zu. Weiter im Land soll es weit bessere Strecken geben, aber hier ist es wirklich schlimm. So geht es rumpelnderweise zum ersten Cache, einem D/T1.5.

Vor Ort machen wir uns an die Suche. Der Hang, an dem der Cache liegt, wird von der gleißenden Sonne beschienen. Es ist schon jetzt ziemlich heiss. Der Hint passt auf so nahezu alle Objekte in der Nähe. Wir suchen, finden aber nichts. Die Koordinaten zeigen 30 Meter den Hang hinauf. Es ist steil, felsig und sieht so gar nicht nach T1.5 aus. Irgendwann reicht es mir. Ich ziehe mein T-Shirt aus, um es nicht noch weiter durchzuschwitzen und klettere rauf. Es kostet etwas Mühe, den Nullpunkt zu erreichen. Aber die Koordinaten stimmen. Nur eben die T-Wertung nicht. Hoch über der Straße, zwischen Felsen und Büschen finde ich den Cache. Jetzt bloß nicht abrutschen! Ich logge und mache mich auf den Rückweg. Der Länderpunkt ist im Sack!

Der Weg zur Schlucht

Nun die Kür. Die Schlucht am Erma Fluss ist sogar ausgeschildert und scheint eine Touristenattraktion zu sein. Als wir dort ankommen, ist ausser uns aber niemand dort. Auf der OSM-Karte führt ein Weg direkt zum Cache. Luftlinie keine 500 Meter. Laut Fußgängernavigation sind bis zu den Koordinaten weniger als 1000 Meter zu gehen. Der zunächst steile aber breite Wanderweg führt durch einen ca. 150 Meter langen Tunnel. Später sehen wir, dass hier auch Autos durchfahren. In der Mitte haben es sich zwei Kühe im Schatten bequem gemacht. Wir gewöhnen unsere Augen an die Dunkelheit und gehen ohne Lampen an ihnen vorbei. Bei genauem Hinschauen erweist sich eines der beiden Tiere als ein junger Bulle.

Wir erreichen den Einstieg zum Pfad, der zunächst sehr steil zum Fluss herunter führt. Es gibt Tritte aus Brettern und Baumstämmen, die vor jeder Belastung geprüft werden wollen. Einige sind ziemlich morsch. Unten angelangt donnert die Erma an uns vorbei. Eine wackelige Holzbrücke führt über die Schlucht. Es schwingt ganz schön beim Überqueren, es bieten sich aber tolle Ausblicke.

Die Brücke über die Erma Gonge

Ein Ausblick von der Brücke

Auf der Brücke

Der Weg hoch in die Klippen beginnt bei einer grob gezimmerten, leiterartigen Aufstiegshilfe. Dahinter windet sich ein schmaler Pfad in Serpentinen immer höher zum höchsten Punkt der Schlucht. Ein Blick auf das GPS zeigt einen geraden Weg, vor uns liegt aber eine steile Zickzack-Strecke. Der Track, aus dem der Weg auf der Karte entstanden sein muss, ist wohl bei der Bearbeitung etwas gerundet worden und verschweigt die ganzen Serpentinen. Da unsere Bulgarienkarte nicht über Höhenlinien verfügt, ist uns die Diskrepanz vorher auch nicht aufgefallen.

Die Aufstiegshilfe

An den steilen Felswänden in der Schlucht ist der GPS-Empfang hundsmiserabel. Ich starte das Oregon mehrfach neu, weil sich das Empfangsteil aufgehängt hat. Als die Entfernung zu den Koordinaten laut Gerät noch 8 Meter betragen, beginnen wir zu suchen. Hier wäre ein Spoilerfoto nett gewesen. Das gibt es zwar, wir haben es aber nicht dabei. Bis auf 3 Meter kommen wir an den Ground Zero heran, drehen Steine und schauen in Felsspalten. Wir finden nichts.

Die Landschaft ist der Hammer

Die Route auf unserer Karte führt über den Kamm und auf der anderen Seite wieder herunter. Wir sind dem höchsten Punkt schon sehr nahe, aber es wird immer steiler und der Pfad ist kaum noch als solcher zu erkennen. Ein paar mal haben wir schon den Weg verloren. Und wir wissen nicht, wie es auf der anderen Seite aussieht. Und da ist ja noch der Cache, vielleicht findet man auf dem Rückweg noch etwas. Also kraxeln wir das Ganze wieder runter. Teils auf allen Vieren oder auf dem Hosenboden rutschen wir talwärts. Am nächsten Tag werden wir Muskelkater haben, weil wir in ungewohnten Posen an Bäumen heruntergehangelt sind.

Zwischen diesen beiden Felsen verläuft der Pfad

Erfolglos erreichen wir wieder die Brücke. Aber schön war es schon. Und jetzt haben wir noch einmal die schöne Aussicht auf den Fluss.

Landstraße in Bulgarien

Zurück am Schlagbaum stehen die bulgarische Grenzerin und der Zollbeamte immer noch auf Posten. Sie schauen etwas ungläubig und winken uns durch. Beim Durchfahren grinst der Zöller: „You are crazy!“

Die serbische Grenzpolizei will es wieder ganz genau wissen.

Storchennest, irgendwo unterwegs gesichtet

„Woher? Wohin? Warum?“ „Aus Bulgarien. An den Vlasinasee. Weil da noch unsere Campingmöbel stehen.“ Die Papiere werden wieder einmal lange kontrolliert, schließlich lässt man uns durch.

In einem Dorf versuchen wir unseren Bestand an serbischen Dinar aufzustocken. Meist kann man hier zwar mit Euro zahlen, aber schon ein Zwanziger überfordert häufig die Wechselgeldkasse. Ein längliches Gebäude bildet eine Einheit aus Kneipe und Post (Pošta, Пошта). Als wir auf den Eingang der Post zusteuern, erhebt sich einer der Kneipengäste vom Bier und stellt sich hinter den Tresen. Eine unbehandelte Syphilis hat vor längerer Zeit offenbar an seiner Nase genagt. Wir zeigen ihm Kredit- und EC-Karte und reiben zwei Finger aneinander. Er versteht sofort, kann uns aber nicht helfen. Kein Bargeld also. Wir haben jetzt noch 700 Dinar in der Tasche, das sind etwas mehr als sechs Euro. Und wir müssen den Campingplatz noch bezahlen. Um einen Geldautomaten zu erreichen müssten wir wieder runter vom Hochplateau in die nächst größere Stadt.

Als wir beim Abendessen sitzen, beobachten wir den Platzwart, wie er unsere Nachbarn besucht. Es ist ein freundliches älteres Ehepaar in einem Wohnmobil mit serbischem Kennzeichen. Die drei sitzen zusammen und offensichtlich kassiert er die Miete. Nach einiger Zeit sind auch wir an der Reihe. Wir können uns gut auf Englisch verständigen, aber er bittet uns häufiger langsamer zu sprechen.

Wir haben in der Zeit hier nicht herausbekommen, was der Platz denn jetzt tatsächlich pro Nacht kostet. Jetzt erfahren wir es. 350 Dinar sollen es sein. Macht also 700 Dinar für zwei Nächte. Prächtig! Allerdings hätten wir bei einem höheren Preis auch gefeilscht, schließlich gab es einen Hauptvorteil von Campingplätzen nicht. Brauchbare Toiletten und Duschen nämlich.

Eine Frage haben wir dann doch noch an ihn. Im Dorf hingen überall Plakate mit Blasinstrumenten drauf. Das kyrillische Wort für Vlasina und das Datum konnten wir auch lesen. Da stand 5./6./7./8. VII. Und der fünfte ist heute! Wo soll denn das Blechblasfestival steigen? Wir hatten schon Bilder von Guča im Kopf. Da stand neben „Vlasina“ aber wohl noch ein anderer Name. Die ersten beiden Abende findet das kleine Festival in einem Dorf am anderen Ende des Sees statt. Und da müsse er jetzt auch hin, meint er, steigt in seinen roten Yugo und rumpelt davon.

Wir folgen unserer Policy, auf dem Balkan nicht bei Dunkelheit zu fahren. Daher findet das Ganze ohne uns statt.

Am nächsten Tag geht es deutlich weiter nach Süden. Wir überqueren die Grenze zu Mazedonien und es wird heiß, heiß, heiß.

Abkühlung dringend gesucht!

Früh am Morgen, die ersten Sonnenstrahlen fallen durch die Verdunkelung am Bulli, werden wir von Motorengeräuschen und Geplapper geweckt. Der Lärm kommt unten von der Hauptstraße. Wir denken uns nichts dabei und drehen uns noch einmal um. Die Geräusche entfernen sich und wir schlafen noch ein bisschen. Nach einem ausgiebigen Frühstück wollen wir starten.

Unten an der M5 dann die Überraschung: Zwischen uns und der Fahrbahn befindet sich ein frischer, dampfender und weicher Teerstreifen. Wir sind eingeschlossen. Hinter uns führt die Geröllpiste den Berg hoch, vor uns der neue Straßenbelag von fragwürdiger Tragfähigkeit. Da ist wohl in der Frühe eine Wanderbaustelle an uns vorbei gezogen. Zudem wurde die Strecke jetzt einspurig gemacht, so dass der Verkehr nur in eine Richtung fließt. Gerade kommen ein paar Fahrzeuge aus der Richtung, in die wir fahren wollen. Ich steige aus und prüfe die Konsistenz des Teers mit dem Schuh. Scheint einigermaßen fest. Müsste gehen. Der einspurige Abschnitt scheint ziemlich lang zu sein, denn jetzt passiert eine gefühlte Ewigkeit gar nichts. Dann kommt ein alter Mercedes in Sicht, der in unsere Richtung fährt. Wir warten bis er vorbei ist und ich gebe Gas. Der frische Teerstreifen lässt sich problemlos überqueren. Die Spuren, die wir hinterlassen sind zu vernachlässigen.

Brüllende Hitze auf einem Parkplatz am Autoput

Unser Ziel ist der Vlasina-See, ein Stausee auf 1200 m Höhe. Dort soll es einen Campingplatz geben. Nach drei Tagen Wildcampen freuen wir uns auf eine Dusche und ein WC. Wir haben den Platz unterwegs im Web recherchiert, keiner unserer Campingführer kennt ihn. Seine Lage verspricht aber einen unkomplizierten und schnellen Tagesausflug nach Bulgarien. Ausserdem wird es auf 1200 m Höhe nicht ganz so heiss sein. Das Thermometer hatte in den letzten Tagen nicht selten 38° angezeigt.

So gerne wir abenteuerliche Strecken fahren, so sehr freuen wir uns dieses Mal, dass ein Großteil der Strecke über die E75, in diesem Verlauf die serbische Nord-Süd-Autobahn („Autoput“), führt und wir gut voran kommen werden.

Gegen Mittag passieren wir Surdulica, eine enge, geschäftige Stadt am Rand zweier Bergmassive. Im Straßenbild ist deutlich zu merken, dass Platz hier knapp und jedes noch so kleine Fleckchen bebaut ist oder als Parkplatz dient. Da wir oben im Gebirge keine größeren Ortschaften auf der Karte gesehen haben, kaufen wir für die nächsten beiden Tage ein.

Gegend um den Vlasinsko Jezero (Власинско језеро)

Eine kurvige und steile Serpentinenstrecke windet sich zu dem Hochplateau, auf dem der Vlasinsko Jezero (Власинско језеро) liegt. Und das Thermometer purzelt. An der Abzweigung, an der wir von der Hauptstraße abbiegen, um am Westufer entlang zum Campingplatz zu gelangen, sind es gerade einmal noch 29°.

Ein wenig suchen müssen wir den Platz schon. Die Skizze aus dem Web erweist sich als falsch und führt zu einem verlassenen Platz. Nur ein alter Mann sitzt vor einer Hütte und zeigt auf die Straße und sechs Finger. 6 km Straße rauf schließen wir daraus. Es führt immer mal wieder ein Weg von der Straße ab. Die Holzschilder, die hinein zeigen sind verwittert und ausschließlich in kyrillisch beschriftet.
Bei einem Badestrand halten wir und fragen. Der Tretbootverleiher spricht Englisch. Auf unsere Frage nach dem Autokamp deutet er auf eine dicht bewaldete Halbinsel. Tatsächlich blitzen weisse Kästchen durch die Bäume, das könnten Wohnwagen sein. Wir bedanken uns und er grinst. Wenn wir ein Tretboot bräuchten wüssten wir ja, wo wir in finden.

Am Vlasinasee

An einem Tor steht eine Art Kiosk. Einige ausgeblichene Zettel in den Scheiben lassen sich auch mit unseren dürftigen Serbischkenntnissen tatsächlich so deuten, dass es sich um eine Campingplatzrezeption handeln könnte. Das Tor ist geschlossen, niemand zu sehen. Wir beschließen es zu öffnen und fahren in Richtung der noch etwas entfernten Halbinsel.
Das Gelände ist toll, direkt am Ufer und unter schattigen Nadelbäumen gelegen. Die Wohnwagen, die wir von weitem gesehen haben, sind verlassen. Es scheint, als würde es auch hier in Serbien Dauercamper geben. An einem Stromkasten arbeiten zwei Männer. Einer ist der Platzwart. Wir sollen uns einfach hinstellen. Ein schöner Platz ist schnell gefunden.

Unser Camp am Vlasinasee

Das Sanitärhäuschen ist einmal wieder ein Flop. Kein Wasser, die Toiletten nicht zu gebrauchen. Also hängen wir unsere Campingdusche an einen Baum. Büsche gibt es hier genug. Und zu einem erfrischenden Bad lädt der See ein.

Die Aussicht vom Bulli auf den See

Zu Fuß machen wir uns auf, die Gegend zu erkunden. Etwas weiter die Straße hoch gibt es ein Hotel. Wir setzen wieder die bewährte Cola-Taktik ein. Jeder bestellt eine Cola, dafür benutzen wir die sanitären Einrichtungen, die aber auch nicht viel besser sind als die auf dem Camp. Auch Internet gibt es hier keines. Dafür entdecken wir auf dem Rückweg am Rande einer kleinen Siedlung ein offenes Wlan. Ein schneller Tweet, dann geht es zurück zum Platz.

Der Versuch, den magischen Mond einzufangen. Hoffnungslos.

Nach dem Abendessen baden wir ausgiebig im See und genießen das tolle Wasser. Es wird dunkel und es geht ein großer, nicht mehr ganz voller Mond über der Bergkette gegenüber auf. Ein absolut genialer Anblick, der sich leider mangels Stativ und vernünftiger Kamera nicht gescheit fotografieren lässt.

Am nächsten Tag machen wir einen Ausflug nach Bulgarien, kraxeln ein wenig und versuchen den Länderpunkt zu ergattern.